Die Situation um Grönland hat sich in den letzten Monaten dramatisch zugespitzt, und nach Ansicht der dänischen Premierministerin Mette Frederiksen wird sie sich nur noch weiter verschärfen. Auf einer Pressekonferenz in Stockholm gab sie offen zu, dass Dänemark einem „völlig inakzeptablen Druck“ seitens der Vereinigten Staaten und seines engsten Verbündeten ausgesetzt ist.
„Es war sehr schwierig, diesem Druck zu widerstehen, der schon seit langem besteht. Und es gibt viele Anzeichen dafür, dass der schwierigste Teil noch bevorsteht“.“ sagte Frederiksen. Ihre Worte kamen nur einen Tag vor dem geplanten Treffen der dänischen und grönländischen Außenminister Lars Lokke Rasmussen und Vivian Motzfeldt mit US-Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio in Washington.
Die Spannungen wurden durch wiederholte Äußerungen von US-Präsident Donald Trump ausgelöst, der sich seit langem dafür ausspricht, dass Grönland Teil der Vereinigten Staaten werden sollte. Während seiner ersten Amtszeit als Präsident bot er an, die Insel zu kaufen, und im März 2025 erklärte er, er sei zuversichtlich, dass sie annektiert werden könne. Darüber hinaus wurde das Recht Dänemarks, Grönland zu kontrollieren, vom stellvertretenden Stabschef des Weißen Hauses, Stephen Miller, öffentlich in Frage gestellt.
Grönlands Premierminister schlägt einen noch schärferen Ton an Jens-Frederik Nielsen, der jegliche Spekulationen über eine Änderung der Nationalität der Insel entschieden zurückwies. „Wenn wir zwischen den Vereinigten Staaten und Dänemark wählen müssen, entscheiden wir uns für Dänemark. Wir wählen die NATO, das Königreich Dänemark und die Europäische Union“.“ sagte er in Kopenhagen.
Laut Nielsen ist dies nicht der Zeitpunkt für interne Streitigkeiten, sondern für Einigkeit. Er betonte auch, dass Grönland nicht zum Verkauf stehe. „Das Wichtigste ist, dass wir uns nicht verkaufen. Grönland kann man nicht kaufen. Unsere Linie ist absolut klar: Wir wollen Kooperation, wir wollen ein Bündnis. Grönland wird Teil des westlichen Bündnisses bleiben“.“ Er fügte hinzu.
Grönland ist ein autonomes Gebiet innerhalb Dänemarks. Bereits 1951 schlossen Washington und Kopenhagen den Grönländischen Verteidigungsvertrag, der ihre NATO-Verpflichtungen ergänzt. Darin verpflichteten sich die Vereinigten Staaten, die Insel gegen eine mögliche Aggression zu verteidigen. Nach Ansicht von Kopenhagen und Nuukku wird dieses Gleichgewicht jedoch durch aktuelle Äußerungen von US-Beamten ernsthaft gestört.
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