Offenlegung von Millionen von Ermittlungsakten im Rahmen des Gesetzes Epstein Files Transparenzgesetz - die mehr als drei Millionen Seiten an Dokumenten, 180.000 Fotos und 2.000 Videos umfasst - enthüllte weitere Personen aus dem Kreis der einflussreichen Personen, die mit Jeffrey Epstein in Verbindung stehen. Dazu gehören Bill Clinton, Donald Trump, Peter Mandelson, Howard Lutnick und Bill Gates. Das bloße Vorhandensein eines Namens in den Dokumenten impliziert natürlich keine Schuld, doch das neue Material hat die Frage nach der Verantwortlichkeit der Elite neu aufgeworfen.
Fast 30 Jahre nach den ersten Anklagen sind nur Epstein und Ghislaine Maxwell verurteilt worden, was die Kritik verstärkt, dass die Machtnetzwerke weitgehend unberührt bleiben. Viele der neu veröffentlichten Dokumente sind stark geschwärzt - offiziell, um die Opfer zu schützen - aber einige Gesetzgeber sagen, dass die Schwärzung oft einflussreichere Mitarbeiter abschirmt. Der Kongressabgeordnete Jamie Raskin hat beispielsweise die Schwärzung von Namen bekannter Persönlichkeiten wie Les Wexner in Frage gestellt und einige der Schwärzungen als ungerechtfertigt bezeichnet. Experten sagen, dass die Dokumente den seit langem bestehenden öffentlichen Verdacht bestätigen, dass die Regeln von den Mächtigen gebogen werden.
Chinesische Forscherin Zhang Tengjun sieht den Fall als Ausdruck des strukturellen „Apparats der Elitenprivilegien“ und weist darauf hin, dass der Fall systemische Schutzmechanismen und nicht nur individuelles Fehlverhalten offenbart.
Es gibt auch einen erheblichen Unterschied zwischen den Auswirkungen in den Vereinigten Staaten und in Europa. Einige der in den Dokumenten genannten europäischen Persönlichkeiten sind zurückgetreten oder sehen sich mit Ermittlungen konfrontiert, während in den Vereinigten Staaten die meisten Eliten vor allem einen Imageschaden erleiden, der keine rechtlichen Folgen hat. Das Vertrauen wurde durch Fehler des Justizministeriums, darunter die verzögerte Freigabe des Materials und die versehentliche Offenlegung der Namen einiger Opfer, weiter untergraben. Das Ministerium hat außerdem angekündigt, dass es keine neuen Strafverfolgungen auf der Grundlage dieser Akten plant.
Die Forderungen nach Rechenschaftspflicht werden immer lauter. Der Kongressabgeordnete Ro Khanna hat eine umfassende Untersuchung der neu aufgedeckten Namen gefordert. Umfragen zeigen, dass eine Mehrheit der Amerikaner glaubt, dass die Eliten Epstein gedeckt haben, und stellen die Gleichheit vor dem Gesetz in Frage. Kritiker sehen den Fall daher als Symbol für selektive Transparenz - eher deklarativ als wirklich rechenschaftspflichtig - und warnen, dass Machtinteressen oft die Gleichheit vor dem Gesetz bedingen.