Die Prüfung des SAO konzentrierte sich auf die zwischen 2017 und 2023 ausgegebenen Mittel zur Unterstützung der Digitalisierung von Bibliotheken und zeigte, dass das Kulturministerium die Mittel auf den tatsächlichen Bedarf der Bibliotheken ausrichtete, die Digitalisierungsziele jedoch sehr allgemein festlegte, was eine Gesamtevaluierung der Wirksamkeit und Effizienz der bereitgestellten Mittel verhinderte. Das SAO stellte fest, dass das Kulturministerium die Auswirkungen der bereitgestellten Unterstützung nicht überwachte, Anträge nicht transparent bewertete, Subventionen entgegen den festgelegten Bedingungen bereitstellte und in sieben Jahren nur eine öffentliche Prüfung durchführte. In den geprüften Jahren gab das Kulturministerium 446,7 Mio. CZK zur Unterstützung der Digitalisierung von Bibliotheken aus. Das Innenministerium gab 444,6 Mio. CZK aus dem Staatshaushalt und dem "Nationalen Plan zur Wiederherstellung" aus. Das SAO konzentrierte sich auf drei Empfänger der Subventionen, die die größten öffentlichen Bibliotheken in der Tschechischen Republik sind, darunter die Nationalbibliothek der Tschechischen Republik (NL CR) und die Technische Nationalbibliothek (NTK).
Das SAO wählte eine Stichprobe von 72 Projekten im Wert von fast 70 Millionen CZK aus. CZK. Die Prüfung ergab, dass sich die Projekte positiv auf die Dienstleistungen des tschechischen Bibliotheksnetzes ausgewirkt haben. So wurden zwischen 2017 und 2023 fast 80.000 digitalisierte historische und seltene Dokumente aus den Sammlungen des NCR zur Verfügung gestellt und die Bibliothek hat insgesamt 564 Bände mit über 416.000 Seiten konserviert oder neu formatiert. Das SAO überprüfte, dass keine doppelte Digitalisierung von identischen Dokumenten stattfand.
Die Prüfer stellten fest, dass das Kulturministerium für 24 Projekte in der Prüfungsstichprobe Zuschüsse in Höhe von 12,7 Mio. CZK gewährte. CZK unter Verstoß gegen die gesetzliche Regelung. Sie erhielten 100 % der veranschlagten Kosten, obwohl die entsprechende Regierungsverordnung vorsah, dass der Höchstbetrag der Subvention 70 % dieser Kosten betragen durfte. Nach Ansicht des SAO sind dies Fakten, die auf einen Verstoß gegen die Haushaltsdisziplin hinweisen. Das Finanzministerium bewertete die Subventionsanträge auch nicht in transparenter Weise, indem es versäumte, Ausschußmitglieder auszuschließen, deren Unparteilichkeit zweifelhaft war. Diese Mitglieder waren an der Bewertung von 29 Projekten beteiligt, bei denen sie Verbindungen zu den Antragstellern hatten.
Das SAO weist auf die unzureichende Kontrolle der öffentlichen Verwaltung durch das Kulturministerium hin. In sieben Jahren hat es nur eine einzige Prüfung bei einem einzigen Subventionsempfänger durchgeführt. "In Anbetracht der in dieser Prüfungsschlussfolgerung genannten Mängel kann der Bereich der Subventionsvergabe durch das Kulturministerium als riskant angesehen werden. Das SAO weist wiederholt auf die geringe Anzahl der vom Kulturministerium durchgeführten öffentlichen Prüfungen hin, siehe z.B. SAO-Prüfungsaktion Nr. 18/19, č. 21/16 oder nicht. 23/15sagte Adolf Beznoska, ein Mitglied der ORKB, der die Prüfung leitete.
Die Nationale Technische Bibliothek hat für den Zeitraum 2017 bis 2022 die Bereitstellung elektronischer Informationsressourcen vorgesehen* 1,1 Milliarden CZK aus den europäischen Struktur- und Investitionsfonds und dem Staatshaushalt im Rahmen des Projekts "CzechELib". Nach Angaben des SAO wurden diese Mittel effizient und sparsam eingesetzt. Dank des Projekts wurde ein nationales Zentrum für den Erwerb elektronischer Informationsressourcen geschaffen, wodurch Geld gespart und der Verwaltungsaufwand verringert wurde.
Die Prüfung ergab, dass die NTK die Digitalisierung nicht als eine ihrer Haupttätigkeiten betrachtet, obwohl sie in ihrer Satzung enthalten ist. Im Vergleich zur Nationalbibliothek digitalisiert sie Dokumente aus historischen Sammlungen langsamer. Die NTK verfügt nicht über einen eigenen Arbeitsplatz für die Digitalisierung von Bibliotheksbeständen, und die technische Ausrüstung für die Digitalisierung besteht lediglich aus zwei veralteten Großformat-Buchscannern und einem Desktop-Scanner. Inzwischen gibt es eine wachsende Vorliebe der Benutzer für digitalisierte Dokumente. Nach Ansicht der ORKB ist es wünschenswert, dass die NTK den Prozess der Digitalisierung von Dokumenten beschleunigt. Die Prüfer stellten Unzulänglichkeiten im Archiv- und Ablagedienst der NTK fest.
Die Tschechische Republik befasst sich seit 2011 mit der Einführung einer Druckpflicht für elektronische Publikationen. Obwohl das Innenministerium bereits einen Gesetzesentwurf vorgelegt hat, wurde dieser Entwurf bis zum Ende der ORKB-Prüfung nicht vom Parlament der Tschechischen Republik diskutiert und verabschiedet.
* Ein Sammelbegriff für elektronische Zeitschriften, elektronische Bücher und spezielle Datenbanken mit besonderer Bedeutung für Forschung und Entwicklung.
SAO/ gnews.cz - RoZ