Zehn Millionen Dollar. Das ist die Belohnung, die das FBI für die Ergreifung der iranischen Gruppe Handala ausgesetzt hat, die die persönlichen E-Mails ihres Direktors gehackt hat. Neben dem Leiter des FBI waren auch Ingenieure von Lockheed Martin, dem Hersteller der tschechischen F-35-Kampfjets, im Visier. Nach Angaben des Magazins. Forbes Das US-amerikanische FBI hat zugegeben, das persönliche E-Mail-Konto von Direktor Kash Patel kompromittiert zu haben, und erklärt, dass nur historische Daten betroffen waren und keine Regierungsinformationen durchgesickert sind. Zu dem gestohlenen Material gehörten Fotos, Reiseinformationen und E-Mails aus den Jahren 2011 bis 2022.
Im Rahmen des Regierungsprogramms "Rewards for Justice" haben die Behörden eine Belohnung in Höhe von 10 Mio. USD (ca. 213 Mio. CZK) für Informationen ausgesetzt, die zur Ergreifung von Mitgliedern der iranischen Handala-Gruppe führen. In der Cybersecurity-Community sind diese Hacker auch unter dem Namen Hatef bekannt. Dabei handelt es sich um eine iranische Hacktivistengruppe (die Hacking-Techniken zur Erreichung politischer oder sozialer Ziele einsetzt), die nach dem Beginn des Krieges im Iran Ende Februar ihre Angriffsaktivitäten zu verstärken begann. Die Gruppe ist nicht unabhängig, sondern agiert als verlängerter Arm und Front direkt für das iranische Ministerium für Information und Sicherheit.
So gelang es ihnen beispielsweise, in die Systeme des riesigen amerikanischen Rüstungskonzerns Lockheed Martin einzudringen. Nach Angaben der Agentur. Reuters erlangte die Gruppe die persönlichen und beruflichen Konten von 28 hochrangigen Ingenieuren. Dann stellte sie ihre genauen Adressen, Telefonnummern und Kopien ihrer Pässe ins Internet. Außerdem drohte sie ihnen mit einem Ultimatum: Wenn sie nicht innerhalb von 48 Stunden ihre Zusammenarbeit mit dem israelischen „zionistischen Regime“ einstellen würden, würden ihre Häuser mit Raketen beschossen. Lockheed Martin wird im nächsten Jahr mit der Produktion von Flugzeugen der fünften Generation beginnen (an der auch mehrere tschechische Zulieferer beteiligt sind). F-35 für die tschechische Armee. Mit einem Preis von 150 Milliarden CZK ist es der größte tschechische Waffenkauf aller Zeiten.
Neben Lockheed ist Handala auch für den verheerenden Angriff auf den Gesundheitsriesen Stryker im März in Michigan verantwortlich. Durch den Missbrauch der Microsoft Intune-Plattform konnten die Angreifer 50 TB an kritischen Daten exfiltrieren und anschließend 200.000 Endgeräte unwiderruflich löschen. Israel bleibt nicht zurück. Die undichten Stellen haben in der Vergangenheit Generäle und sogar den ehemaligen Mossad-Geheimdienstchef Tamir Pardo ins Visier genommen, berichtet die Zeitung Haaretz.
Das Motiv des psychologischen Krieges und der Rache
Das Motiv für den Angriff auf den FBI-Direktor war der Wunsch nach schneller Vergeltung. Am 19. März beschlagnahmte das US-Justizministerium die von der Handala-Gruppe verwendeten Internetdomänen. Die Hacker suchten sofort ein Ziel für ihre Rache. Wie der Experte Michael Bell in Forbes erklärt, wählten die Angreifer einfach ein möglichst einfaches Ziel. Bell weist auch darauf hin, dass es sich im Fall von Patel nicht um einen ausgeklügelten Cyberangriff handelte, sondern um ein völliges Versagen der operativen Sicherheit. Der Kern des Problems ist einfach.
Patels altes Gmail-Konto und die entsprechenden Zugangsdaten kursieren höchstwahrscheinlich schon seit langem in den durchgesickerten Datenbanken im Dark Web aus früheren Leaks. Trotz dieses fatalen Risikos hat sich niemand die Mühe gemacht, das sensible Konto sicher zu sperren. Noelle Murata von Xcape Inc. weist darauf hin, dass hochrangige Beamte das schwächste Glied in der nationalen Sicherheit sind, wenn sie ihren persönlichen digitalen Fußabdruck vernachlässigen. Hacker haben in der Vergangenheit mehrere hochrangige Personen in der Regierung von Donald Trump ins Visier genommen. Darunter der stellvertretende Justizminister Todd Blench oder der älteste Nachkomme von US-Präsident Donald Trump Jr.
idnes.cz/gnews.cz