PRAG - Die Atmosphäre des Tages der offenen Tür an der privaten CEVRO-Universität im Zentrum Prags wurde am Mittwochabend durch einen Protest von mehreren Dutzend jungen Aktivisten gestört. Sie waren gekommen, um ihr Missfallen über die finanzielle Unterstützung der Schule durch die Geschäftsleute Pavel Tykač und René Holeček zum Ausdruck zu bringen. Sie bezeichneten die Veranstaltung als einen Protest gegen die "Kohle- und Waffenlobby".
Nach Zeugenaussagen drang eine Gruppe von Demonstranten in das Atrium der Schule in der Jungmannova-Straße ein, wo sie Transparente aufhängten und Slogans wie "Für freie Universitäten ohne Waffen- und Kohlelobbys" und "Studiert nicht Politikwissenschaft, die von politischen Mafiosi bezahlt wird" skandierten. Außerdem verteilten sie Flugblätter an Studieninteressierte, in denen sie den finanziellen Hintergrund der Hochschule kritisierten.
Die Reaktion der Schulverwaltung erfolgte sofort. Laut Radek Ježdík, Marketingdirektor der CEVRO-Universität, handelte es sich um eine von linken Aktivisten organisierte Aktion. "Wir hatten einen Tag der offenen Tür, der von Aktivisten infiltriert wurde. Sie hängten Transparente auf, skandierten Slogans und störten die Veranstaltung. Wir forderten sie auf, die Veranstaltung zu verlassen. Als sie sich weigerten, haben wir die Polizei gerufen", sagte Ježdík gegenüber ČTK. Die Demonstranten verließen daraufhin das Schulgelände, nachdem die Polizei gerufen wurde.
Die Hauptsponsoren der Universität - die Geschäftsleute Pavel Tykač und René Holeček - standen in der Kritik. Tykač kontrolliert die Sev.en-Gruppe, die in den Bereichen Bergbau, Energie und Rohstoffe tätig ist. Holeček ist Mehrheitsaktionär des Waffenherstellers Colt CZ Group. Beide Unternehmer unterstützen auch Bildungs- und Sozialprojekte. Im Jahr 2023 gründeten sie gemeinsam die C-EDUCA-Stiftung, die eine langfristige Zusammenarbeit mit der CEVRO-Universität eingegangen ist. Nach den vorliegenden Daten könnte die Unterstützung dieser Stiftung in Zukunft bis zu einer Milliarde Kronen erreichen.
Aktivisten argumentieren, dass eine Universität, die nach Prestige strebt, nicht mit Geldern aus umstrittenen Branchen finanziert werden sollte. Die Schule besteht jedoch darauf, dass die Zusammenarbeit mit der Stiftung eine wichtige Unterstützung für die Entwicklung der Bildung darstellt.
Die CEVRO-Universität, die vom ehemaligen tschechischen Innenminister Ivan Langer gegründet wurde, bietet Studiengänge in den Bereichen Recht, Politikwissenschaft, Wirtschaft, Sicherheit und öffentliche Verwaltung an. Neben Bachelor- und Masterstudiengängen bietet sie auch Doktoratsstudien an.
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