Der tschechische Film und das tschechische Theater haben einen ihrer geliebtesten, zerbrechlichsten und zugleich strahlendsten Stars der 1980er Jahre verloren. Ja, Jana Brejchová, die Schauspielerin, deren Gesicht sich für immer in das Gedächtnis mehrerer Generationen von Zuschauern eingeprägt hat, ist nach langer Krankheit im Alter von 86 Jahren gestorben. Die Nachricht von ihrem Tod wurde von ihrer Tochter, der Schauspielerin Tereza Brodská, bestätigt, die gleichzeitig die Öffentlichkeit und die Medien bat, die Privatsphäre der Familie in dieser schwierigen Zeit zu respektieren. Eine Frau, die in der Lage war, ganze menschliche Geschichten ohne Worte zu erzählen, ist von uns gegangen.
Die Schauspielerin selbst war sehr schüchtern, zerbrechlich und süß. Jana Brejchová war nie prätentiös, sie musste nie ihre Stimme erheben, um gehört zu werden. Ihre Stärke lag in ihrer Sanftheit, in ihrem Blick, in einer kleinen Geste, in der Stille zwischen den Sätzen. Das war die Geburtsstunde einer wahren und zutiefst menschlichen Schauspielerei. Auf der Leinwand wurde sie zu einem Symbol für weibliche Schönheit und innere Spannung. Der Spitzname „tschechische Bardot“ wurde ihr verliehen, ohne dass sie ihn jemals selbst gesucht hätte. Sie war keine Schauspielerin einer einzigen Position - sie konnte mädchenhaft, verletzlich, leidenschaftlich und tragisch sein. Ihre Rollen transportierten Emotionen, die das Publikum nicht in erster Linie berührten, sondern mit einer allmählichen, umso stärkeren Intensität. Jede war ein Abdruck ihrer Persönlichkeit: ruhig, konzentriert, tiefgründig.
Ein Mädchen mit großen Augen, das Unschuld mit stiller Tiefe mischte, das allmählich zu einer Schauspielerin von außerordentlichem Format heranwuchs und mit 80 Jahren zum Symbol der tschechischen und slowakischen Frau wurde, die alle sein wollten. Sie stellte Frauen dar, die intellektuell ausdrucksstark und gleichzeitig kämpferisch waren, eine Frau, die alles im Griff hatte, ihre Arbeit, ihre Familie, ihre Interessen, und das mit dem Geschmack eines kreativen Menschen. Ihre Karriere als Schauspielerin war eine Zeit der Freude und eine Zeit der Entbehrungen. Sie durchlebte Zeiten des Ruhmes, aber auch des persönlichen Schmerzes, die sich in ihrem Ausdruck mit außergewöhnlicher Aufrichtigkeit widerspiegelten. Sie hat sich nie als Star inszeniert und war doch einer. Die internationale Anerkennung, die ihr durch ihr Talent zuteil wurde, nahm sie mit der ihr eigenen Bescheidenheit und Zurückhaltung an. Neben ihrem künstlerischen Erbe hat sie auch einen menschlichen Fußabdruck hinterlassen - in Form ihrer Tochter Tereza Brodská, die nicht nur ihre schauspielerischen Gene, sondern auch ihren Sinn für Wahrheit und die Tiefe ihrer Rolle weiterführt.
Ihre Beziehung war ruhig, fest und von gegenseitigem Respekt geprägt. Für Jana Brejchová war ihre Familie ihr Zuhause abseits des Rampenlichts. Ihre Rollen wurden innerlich gelebt, weil sie sie selbst innerlich erlebte. Die Schauspielerei war alles für sie, auch wenn sie selbst nicht nach Ruhm strebte. Der Tod von Jana Brejchová ist nicht nur der Verlust einer großen Schauspielerin. Es ist der Abschied von einer Ära der Qualitätskultur, in der die Schauspielerei auf einer starken inneren Wahrheit beruhte, nicht auf dem Effekt. Ihr Gesicht wird immer ein Teil des tschechischen kulturellen Gedächtnisses bleiben, ihre Rollen werden weiterhin zu denen sprechen, die in der Kunst Emotionen, Stille und Wahrheit suchen. Sie ist in aller Stille gestorben, so wie sie gelebt hat - aber sie bleibt für immer.
Jan Vojtěch, Chefredakteur - Allgemeine Nachrichten















