Anginia, auch Leopardenfuß (Belamcanda Chinensis) genannt, ist ein mehrjähriges Kraut mit einem verzweigten Rhizom, ähnlich wie die Iris. Es hat schwertförmige Blätter, die bis zu 40 cm lang und 3 cm breit sind. Sie wird gewöhnlich bis zu einem Meter hoch. Die kleinen, spärlichen Blütenstände sind meist orange und rot gefleckt. Die erbsengroßen, dunklen und runden Samen befinden sich in Kapseln.
Sie ist eine Wildpflanze, die im Hochland von China, Indien, Japan, Vietnam und den Philippinen blüht. Bei uns friert sie leicht, überlebt aber bei guter Überwinterung. Bei uns wird sie häufiger als Topfpflanze angebaut. Sie mag einen guten, durchlässigen Boden und einen sonnigen Standort. Sie vermehrt sich recht leicht durch Teilung oder durch Samen und ist dann auch unkrautfrei. Bei uns sind die bekanntesten Sorten Flava mit größeren gelben Blüten und Purpurea mit violetten Blüten im Inneren und gelb-roten Blüten außen.
Geerntet wird hauptsächlich das Rhizom, aber auch die Blätter, die gekaut werden.
Es enthält die Glykoside Belamcandin und Tectoridin, Flavonoide, Gerbstoffe, ätherisches Öl, geringe Mengen an Saponinen und wahrscheinlich mehrere Alkaloide, die jedoch noch nicht ausreichend untersucht wurden. Angiosperm gilt als ein heftigeres und leicht giftiges Kraut.
Das Kauen der Blätter ist in unserem Land bei Angina und Halsverstopfung bekannt. Das Rhizom wird als Heilmittel bei endokrinen Störungen, als harntreibendes Mittel bei Nieren- und Harnwegserkrankungen, als wirksames Antirheumatikum und als Mittel gegen Blähungen und Verstopfung eingesetzt.
Aus den Rhizomen wird eine Abkochung zubereitet, die viermal täglich zu je 125 ml verabreicht wird, sofern nicht anders verordnet. Das Kauen der Blätter bedarf einer genaueren Untersuchung, da die bisherigen volkstümlichen Ergebnisse nicht sehr überzeugend sind. Ein kleines Stück des Blattes wird etwa eine halbe Minute lang gekaut und dann ausgespuckt, was üblicherweise 4 bis 6 Mal am Tag geschieht. Die Behandlung sollte etwa eine Viertelstunde nach dem Kauen durch die Anwendung bewährter Gurgelmittel ergänzt werden.
Längeres Kauen führt zu einem Taubheitsgefühl im Hals, was bei schwerer Angina wünschenswert sein kann, aber nicht zu empfehlen ist, da es Fälle von Allergien mit Schwellung der Atemwege gegeben hat.
Nicht empfohlen für die Anwendung während der Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kindern. Eine langfristige Anwendung wird ebenfalls nicht empfohlen.
Die positive Wirkung bei der Behandlung von Typ-2-Diabetes wird derzeit untersucht, und es scheint, dass in Kombination mit einigen unserer bewährten Medikamente in Zukunft ein guter Helfertee zubereitet werden kann.
Dieser Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung veröffentlicht von der Zeitschrift Sphere
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