Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat allen von dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius evakuierten Passagieren eine 42-tägige Quarantäne auferlegt, nachdem das Anden-Hantavirus an Bord entdeckt wurde. Die Maßnahme soll ab dem 10. Mai in Kraft treten.
WHO-Generaldirektorin Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte bei einer Pressekonferenz nach Beginn der Evakuierung, dass die Empfehlung der Organisation eindeutig sei. „Unsere Empfehlung ist klar: 42 Tage Quarantäne mit aktiver medizinischer Überwachung ab dem 10. Mai“.“ sagte er.
Tedros betonte auch, dass die WHO ihren Mitgliedstaaten lediglich eine Vorgehensweise empfiehlt, aber nicht befugt ist, diese anzuordnen.
Die MV Hondius, ein Expeditionsschiff mit etwa 150 Passagieren, hauptsächlich aus den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten Königreich, Spanien und den Niederlanden, ist vor drei Wochen von Ushuaia, Argentinien, aus in Richtung Kanarische Inseln aufgebrochen. Während der Reise machte das Schiff mehrere Zwischenstopps bei Inseln im Atlantik.
Das Anden-Hantavirus gehört zu einer Gruppe von Hantaviren, die schwere Krankheiten wie das Hantavirus-Lungensyndrom oder hämorrhagisches Fieber mit Nierenbeteiligung verursachen können. Das Virus wird in der Regel durch den Kontakt mit Nagetieren übertragen, insbesondere durch deren Urin, Kot oder Speichel.
Unterdessen gab das US-Gesundheitsministerium bekannt, dass einer der 17 von dem Schiff evakuierten US-Bürger positiv auf das Anden-Hantavirus getestet worden sei. Nach Angaben der Behörden hat er nur leichte Symptome. Der andere Passagier zeigt leichte Symptome. Beide reisen in speziellen Bio-Isolationseinheiten an Bord eines vom US-Außenministerium gesicherten Flugzeugs zurück in die Vereinigten Staaten.
Die Gesundheitsbehörden überwachen nun den Gesundheitszustand aller evakuierten Passagiere, da die Inkubationszeit des Virus lang sein kann und die Krankheit sehr schwerwiegend sein kann.
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