PRAG - Der Vorschlag, die Rundfunkgebühren abzuschaffen und die Finanzierung des tschechischen Fernsehens und des tschechischen Rundfunks direkt auf den Staatshaushalt zu übertragen, gibt Anlass zu ernsten Bedenken. Nach Ansicht einer Gruppe prominenter Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens würde dieser Schritt die Zerstörung der Unabhängigkeit der öffentlichen Medien bedeuten.
Neun Unterzeichner, darunter die ehemalige Ombudsfrau Anna Šabatová, der ehemalige Senator Petr Pithart und Bischof Václav Malý, warnten heute in einer Erklärung, dass eine solche Änderung zur Zerstörung einer der wichtigsten Säulen der Demokratie führen würde - dem freien Zugang zu Informationen.
"Eine direkte Finanzierung aus dem Staatshaushalt würde die Medien von der Regierung abhängig machen, die diesen Haushalt aufstellt. Damit wäre der Weg frei für politische Einflussnahme auf ihre Inhalte", heißt es in dem Aufruf weiter.
Die Unterzeichner, zu denen auch die Senatorin Hana Kordová Marvanová und der Politikwissenschaftler Ivan Gabal gehören, richten ihre Warnung an den tschechischen Präsidenten Petr Pavel und die Öffentlichkeit. Sie fordern die Beibehaltung des derzeitigen Finanzierungsmodells, das sie als Garantie für Neutralität und den Dienst an der Öffentlichkeit und nicht an politischen Interessen betrachten. Die Debatte über die Zukunft der Medien nimmt damit eine ganz grundsätzliche Dimension an.
gnews.cz - GH