PRAG/Kleinseite - Die Äußerungen des Schauspielers Jaroslav Dušek über einen angeblichen Fall aus Großbritannien haben die Debatte über Menschenhandel, die Funktionsweise von Sozialdiensten und darüber, wie wahr solche Zeugenaussagen sein können, erneut entfacht. In seiner öffentlichen Rede beschrieb er eine Geschichte, die ihm laut seinen Angaben direkt von einer Person erzählt wurde, die zuvor in England gelebt hatte. Dušek gab an, dass der betreffende Tscheche, dessen Frau schwanger war, von Mitarbeitern des Sozialwesens zusammen mit anderen Personen besucht worden sei und ihm ein angebliches Angebot unterbreitet worden sei, das ungeborene Kind zu kaufen. Laut seinen Angaben sollte das Angebot einen Betrag von etwa 80.000 bis 100.000 Pfund erreichen.

„Manchmal gibt es den Fall Epstein, und dann wird immer wieder darüber gesprochen. Manchmal kommt ein Skandal auf, jemand wird verurteilt, und dann verstummt alles wieder. Das ist etwas, worüber ich manchmal spreche, ja, das stimmt. Weil ich bedauere, dass wir nicht den Mut haben, uns wirklich damit auseinanderzusetzen“,

erklärte Dušek zu Beginn seiner Aussage.

„Ich habe nämlich die Zeugenaussage einer Person, die in England gelebt hat. Er kam dorthin als Tscheche, und als seine Frau schwanger war, erhielt er ein Angebot. Das Sozialamt besuchte ihn mit einigen dunkelhäutigen Personen und bot ihm an, von ihm das noch ungeborene Kind zu kaufen. Der Preis soll etwa achtzig- oder hunderttausend Pfund gewesen sein. Er hat überhaupt nicht verstanden, was ihm gesagt wurde. Sie sagten ihm: ‚Wenn Sie ein weiteres bekommen, was ist dann daran?‘“

„Er hat es abgelehnt. Sie antworteten: ‚Das wird Probleme geben.‘ Und tatsächlich gab es große Probleme. Er kam sogar ins Gefängnis. Es war sehr schwierig, aber er konnte das Kind retten. Dann bekamen sie noch ein weiteres Kind und leben heute wieder in Tschechien“,

erzählte Dušek.

„Ich hatte die Möglichkeit, mit ihm zu sprechen. Natürlich kann ich nicht überprüfen, ob diese Person sich etwas ausgedacht hat. Aber er erzählte mir viele interessante Details und betonte vor allem, dass dies eine übliche Praxis sei. Dass es in sozial schwachen Schichten üblich ist, ein Kind zu verkaufen und dann ein weiteres zu bekommen. Und wer kauft diese Kinder und wohin gehen sie? Was passiert mit ihnen danach? Wenn man den Fall Epstein betrachtet, stellt man sich solche Fragen“,

fügte der Schauspieler hinzu.

„Die Äußerungen von Dušek rufen vor allem starke Emotionen hervor, weil sie eines der heikelsten Themen unserer Zeit berühren: Menschenhandel und Kinderschutz. Es muss jedoch betont werden, dass für die Behauptungen über diese Praxis keine öffentlich überprüfbaren Beweise vorgelegt wurden. Der Redner selbst hat ausdrücklich erklärt, dass er die Wahrheit dieser Zeugenaussage nicht bestätigen kann“,

heißt es in einer Stellungnahme.

Trotzdem bleiben eine Reihe von Fragen offen, die solche Aussagen aufwerfen. Wenn ähnliche Fälle tatsächlich stattfinden würden, wer würde die Kinder übernehmen? Gibt es organisierte Netzwerke, die sich dem illegalen Handel mit Kindern widmen? Welche Kontrollmechanismen gibt es im System der Sozialdienste in Großbritannien? Lassen sich Behauptungen, dass dies in bestimmten sozial schwachen Gemeinschaften eine übliche Praxis ist, unabhängig überprüfen lassen? Gibt es Statistiken oder Gerichtsverfahren, die solche Behauptungen bestätigen oder widerlegen würden? Welche Rolle spielen Polizei, Justiz und internationale Organisationen bei der Aufdeckung solcher Straftaten? Und vor allem: Was passiert mit den Kindern, wenn sie tatsächlich Opfer illegaler Handels werden?

Gerade diese Fragen erfordern laut Experten Antworten, die auf überprüfbaren Beweisen, Untersuchungsergebnissen und der Arbeit zuständiger Behörden beruhen. Öffentliche Zeugenaussagen können Anstoß für Diskussionen geben, stellen aber an sich keine Bestätigung dar, dass die beschriebenen Ereignisse tatsächlich stattgefunden haben. Eine journalistische Aufbereitung solcher Themen erfordert daher eine konsequente Trennung von belegten Tatsachen und den Aussagen einzelner Personen.

gnews.cz- GH