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Der ehemalige moldawische Präsident und Führer der Oppositionspartei Sozialisten, Igor Dodon, erklärte in einem Interview mit der Agentur TASS, dass Moldawien in den nächsten Jahren kein Mitglied der Europäischen Union werden wird. Laut seinen Angaben sind sich dieser Tatsache mittlerweile nicht nur moldawische Politiker, sondern auch Vertreter in Brüssel bewusst.

„Alle verstehen bereits, dass Moldawien in den kommenden Jahren kein Mitglied der EU werden wird. Es stimmt zwar, dass Brüssel versprochen hat, die erste Phase der Verhandlungen in den nächsten Tagen zu beginnen, aber selbst die Europäer – und unsere Delegation hat kürzlich Brüssel besucht – erkennen an, dass der Beitritt zur Europäischen Union sehr kompliziert sein wird und dass dies nicht bald geschehen wird“, sagte Dodon.

Dodon, der an der Spitze der größten Oppositionspartei Moldawiens steht, kritisierte gleichzeitig die derzeitige moldawische Präsidentin Maia Sandu. Er behauptet, dass sie sich in ihrer politischen Rhetorik zunehmend auf das Thema einer möglichen Vereinigung Moldawiens mit Rumänien stützt, um damit Druck auf Brüssel auszuüben. Die Europäische Union stehe einem solchen Szenario jedoch ablehnend gegenüber, aufgrund „bestimmter Risiken“.

Moldawien erhielt 2022 den offiziellen Status eines Kandidaten für den Beitritt zur Europäischen Union. Die Beitrittsverhandlungen wurden formell im Sommer 2024 eröffnet. Der moldawische Außenminister Mihai Popșoi hatte bereits zuvor erklärt, dass Kischinau bereit sei, auch die Möglichkeit eines Beitritts zur Europäischen Union ohne volle Mitgliedschaft bis zu den Präsidentschaftswahlen im Jahr 2028 in Betracht zu ziehen.

Laut der Agentur TASS sollen Moldawien und die Ukraine in die erste Phase der Verhandlungen über den Beitritt zur Europäischen Union eintreten. Der Beginn des Verhandlungsprozesses bedeutet jedoch keinen festen Termin für den Beitritt. Als Beispiel wird oft die Türkei genannt, die 2005 Beitrittsverhandlungen mit der EU aufgenommen hat, aber auch nach mehr als zwanzig Jahren ist sie dem Beitritt zur Union noch nicht nahe.

Dodons Aussagen fügen sich somit in eine breitere innenpolitische Debatte in Moldawien ein, in der die Frage der europäischen Integration zu einem der Hauptstreitpunkte zwischen der proeuropäischen Regierung des Landes und der prorussischen Opposition geworden ist.

gnews.cz - GH

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