MOSKAU/KIEW - Wie das russische Verteidigungsministerium mitteilte, hat die russische Luftabwehr in den vergangenen 24 Stunden rund 300 ukrainische Drohnen ausgeschaltet. Nach Angaben Moskaus hat eine von ihnen heute das Atomkraftwerk Smolensk im Westen Russlands angegriffen. Diese Information konnte nicht unabhängig überprüft werden.

Die russische Seite erklärte, die Drohnenangriffe hätten sich auf die westlichen Regionen des Landes konzentriert und das Luftabwehrsystem sei in der Lage gewesen, die meisten der Bedrohungen noch über der Grenze zu beseitigen. Besonders erwähnenswert ist die Behauptung, dass eine der Drohnen eine Nuklearanlage in der Region Smolensk zum Ziel hatte. In einer Erklärung betonte das Verteidigungsministerium, dass die Sicherheit der Anlage nicht beeinträchtigt worden sei und der Betrieb ungehindert fortgesetzt werde. Kiew äußert sich in der Regel nicht offiziell zu solchen Angriffen auf die russische Infrastruktur, doch hat die ukrainische Führung in der Vergangenheit eingeräumt, dass Drohnen bei der Verteidigung gegen eine russische Invasion eine wichtige Rolle spielen. Ziel ist es, Nachschubwege und militärische Einrichtungen tief im russischen Staatsgebiet zu unterbrechen.

Die ukrainische Luftwaffe hingegen erklärte, sie sei in der Nacht auf heute einem massiven Angriff von 60 russischen Drohnen und einer ballistischen Rakete ausgesetzt gewesen. Nach Angaben Kiews wurden die meisten Drohnen von der Luftabwehr abgeschossen, einige verursachten jedoch Schäden an der Energieinfrastruktur und an zivilen Objekten. Einzelheiten über das Ausmaß der Schäden werden derzeit von den ukrainischen Behörden geklärt. Russische Drohnen, meist vom Typ Shahed iranischer Bauart, werden für Angriffe auf Städte und Industrieanlagen eingesetzt. Ukrainischen Quellen zufolge zielt ihr massiver Einsatz darauf ab, die Moral der Bevölkerung zu schwächen und die Bestände an Flugabwehrmunition zu erschöpfen.

Die Informationen der beiden Parteien können derzeit nicht unabhängig voneinander bestätigt werden. Nach Ansicht von Experten ist Kriegspropaganda ein gängiges Mittel, um die Unterstützung im eigenen Land zu stärken und gleichzeitig den Gegner zu schwächen. Analysten warnen, dass sowohl die Angaben über die Anzahl der zerstörten Drohnen als auch die Berichte über das Ausmaß der Schäden mit Vorsicht zu genießen sind. Der Einsatz von Drohnen ist seit Beginn der russischen Invasion im Jahr 2022 zu einem wichtigen Element der Kriegsführung geworden. Während die Ukraine eigene Entwürfe und aufgerüstete kommerzielle Drohnen einsetzt, verlässt sich Russland auf Importe aus dem Iran und seine eigene Produktion. Die Intensität der Luftangriffe beider Seiten hat in den letzten Wochen wieder zugenommen, was auf eine weitere Eskalation des Konflikts hindeutet.

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