Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse des Tages:

  • Uber kauft Delivery Hero für 14,8 Milliarden US-Dollar, Prämie von 127 Prozent

  • Prosus verpflichtet sich, seinen 17-prozentigen Anteil an Delivery Hero an Uber zu verkaufen

  • SSW Partners kauft bei Delivery Hero 14 Märkte für 1,6 Milliarden US-Dollar zurück

  • ABB erwirbt den britischen Rotork für 5,6 Milliarden US-Dollar, Prämie von 74 Prozent

  • Eli Lilly verhandelt über die Übernahme der psychedelischen Firma AtaiBeckley, +62 Prozent

  • Volkswagen droht ein Verlust von 140.000 Arbeitsplätzen statt zuvor angekündigter 100.000

  • Fabriken in Emden und Zwickau stehen vor einem möglichen vollständigen Stilllegen

Ausländische Investitionen

Das größte Liefergeschäft der Geschichte des Technologiebereichs kam am Donnerstag aus San Francisco. Der amerikanische Transportriese Uber Technologies gab bekannt, den Berliner Konkurrenten im Bereich Lebensmittelzulieferung Delivery Hero durch ein freiwilliges öffentliches Angebot zum Preis von 41,50 Euro pro Aktie zu übernehmen, was einem Gesamtwert des Unternehmens von etwa 14,8 Milliarden US-Dollar entspricht, so die Firmenmitteilungen. Das Angebot stellt eine Prämie von 127 Prozent gegenüber dem dreimonatlichen Durchschnittspreis vor Beginn der Spekulationen über den Deal und 34 Prozent über dem Dreimonatsdurchschnitt vor der eigentlichen Ankündigung dar.

Uber hält in Delivery Hero etwa 24,77 Prozent der Stimmrechte plus eine finanzielle Exposition durch Derivate; der Technologieinvestor Prosus, zweitgrößter Aktionär mit einem Anteil von rund 17 Prozent, verpflichtete sich unwiderruflich dazu, seine Aktien im Rahmen des Angebots zu verkaufen, wodurch Uberes wirtschaftliches Interesse über 53 Prozent steigen würde. Durch die Verbindung beider Plattformen würde Uber eine Präsenz in 99 Märkten betreiben und kombinierte Bruttobuchungen von 236 Milliarden US-Dollar für das Jahr 2025 erzielen. Damit der Deal durch Wettbewerbsbehörden genehmigt wird, hat Delivery Hero gleichzeitig einen Vertrag mit dem New Yorker Investmentunternehmen SSW Partners abgeschlossen, welches den Betrieb in 14 sich überschneidenden Märkten für etwa 1,6 Milliarden US-Dollar übernehmen wird, darunter Plattformen wie foodora in Österreich, Norwegen und Schweden, Glovo in Spanien und Polen sowie Yemeksepeti in der Türkei.

Auf dem anderen Ende des Atlantiks traf die Nachricht auch das Automobilwesen. Der schweizerische Industriekonzern ABB gab gemeinsam mit seinen Quartalsergebnissen den Erwerb des britischen Herstellers von industriellen Armaturen und Steuerungssystemen Rotork für 4,14 Milliarden Pfund (etwa 5,6 Milliarden US-Dollar) in bar bekannt, also zu einem Preis von 506 Pence pro Aktie, so die Agentur Bloomberg. Das Angebot entspricht einer Prämie von etwa 74 Prozent gegenüber dem Schlusskurs der Rotork-Aktien vor der Ankündigung und stellt den historisch größten Erwerb für ABB dar.

Chefgeschäftsführer Morten Wierod gab an, dass die Transaktion auf der Diversifizierung von ABB in Automatisierung und Elektrifizierung für industrielle und Energiekundschaft basiert. Die Finanzierung wird durch das bestehende Bargeld von 5,8 Milliarden US-Dollar zum 30. Juni sowie Bankkredite sichergestellt werden; zudem hilft ein Erlös von etwa 4,8 Milliarden US-Dollar aus dem zuvor angekündigten Verkauf der Robotik-Sparte an die Gruppe SoftBank, der im zweiten Halbjahr 2026 erwartet wird.

In der Pharmabranche stiegen am Donnerstag die Aktien der psychedelischen Biotechnologiefirma AtaiBeckley um 62 Prozent vor Börsenöffnung, als Reaktion auf Berichte, dass das amerikanische Pharmaunternehmen Eli Lilly einem Deal zur Übernahme des Unternehmens nahe ist, so CNBC.

Bedeutende Ereignisse mit globaler Auswirkung

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Die Volkswagen Group steht vor einem deutlich größeren sozialen Umbruch, als bisher angenommen. Laut Angaben des Betriebsrats könnten in den kommenden Jahren bis zu 140.000 Arbeitsplätze verloren gehen – das sind 40.000 mehr als die bisher genannte Schätzung von 100.000 –, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag berichtete. Die Werke in Emden und Zwickau, denen eine vollständige Stilllegung droht, bleiben weiterhin Brennpunkte der Spannungen; für August sind Treffen der Mitarbeiter mit dem Vorstandsvorsitzenden Oliver Blume geplant.

Die Volkswagen-Führung prüft als alternative Lösung die Produktion von Elektroautos, die ursprünglich für den chinesischen Markt entwickelt wurden, in deutschen Werken, wie am Vortag berichtet wurde. Der Einfluss auf den Aktienmarkt war unmittelbar: Die Aktien der VW Group sind seit Jahresbeginn um mehr als 30 Prozent gesunken, und der Gewerkschaftsbund IG Metall hat scharfen Widerstand angekündigt. Die Situation ist Teil eines breiteren europäischen Drucks auf die Automobilindustrie, in dem Hersteller mit dem Übergang zur Elektromobilität, dem Verlust von Marktanteilen in China und der Nachwehen des Wettbewerbs durch asiatische Konkurrenten zu kämpfen haben.

gnews.cz - GH

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