Das rasante Wachstum der künstlichen Intelligenz in den Vereinigten Staaten stößt auf zunehmend stärkeren Widerstand in den lokalen Gemeinschaften. Datenzentren, die für die Entwicklung von KI unerlässlich sind, werden nicht mehr nur als technischer Hintergrund für die digitale Wirtschaft betrachtet. In vielen Städten und Bundesstaaten werden sie zu einem politischen Thema, das sich auf Strompreise, Wasserverbrauch, öffentliche Anreize und das Recht der Bürger bezieht, über die Gestaltung ihrer Umgebung zu entscheiden.
Laut der Nachrichtenagentur Xinhua findet der jüngste Streit in Arizona statt, wo die Gesetzgeber fordern, dass Entwickler von Datenzentren höhere staatliche Steuern zahlen. Die vorübergehende Aussetzung der Steuerbefreiung für drei Jahre soll dem Staat laut dem Nachrichtenportal Axios bis 2029 etwa 57 Millionen Dollar einbringen.
Die Debatte über künstliche Intelligenz verlagert sich in den Vereinigten Staaten von Laboren, Unternehmenspräsentationen und Plänen von Technologiegiganten zu Stadtverordneten, Regulierungsverfahren und lokalen Volksabstimmungen. Die Bürger fragen sich zunehmend, wer tatsächlich von dem KI-Boom profitiert und wer die Kosten für Strom, Wasser, Grundstücke und Infrastruktur tragen muss.
Laut einem Bericht des Lawrence Berkeley National Laboratory, der vom US-Energieministerium unterstützt wird, verbrauchten Datenzentren im Jahr 2023 etwa 4,4 Prozent des gesamten Stroms in den USA. Bis 2028 könnte dieser Anteil auf 6,7 bis 12 Prozent steigen. Goldman Sachs Research schätzt, dass der Strombedarf der US-amerikanischen Datenzentren von etwa 31 Gigawatt im Jahr 2025 auf 66 Gigawatt im Jahr 2027 steigen könnte.
Gerade die Belastung durch den Stromverbrauch ist einer der Hauptgründe für den Widerstand. Die US-amerikanische Federal Energy Regulatory Commission befasst sich bereits damit, wie große Stromverbraucher, einschließlich Datenzentren mit einem Verbrauch von etwa 20 Megawatt, an das Stromnetz angeschlossen werden und wer die Kosten für dessen Verstärkung tragen soll.
Laut Umfragen ist die Öffentlichkeit sehr skeptisch. Gallup hat festgestellt, dass 71 Prozent der Amerikaner gegen den Bau eines KI-Datenzentrums in ihrer Nähe sind. Eine im März veröffentlichte Umfrage des Pew Research Center zeigte, dass die Menschen bei diesen Einrichtungen eher negative als positive Erwartungen haben, insbesondere in Bezug auf die Auswirkungen auf die Umwelt, die Energiepreise und die Lebensqualität.
Der Widerstand nimmt verschiedene Formen an. In Monterey Park im Los Angeles County haben die Wähler Anfang des Monats ein Verbot für Datenzentren beschlossen. In Seattle hat der Stadtrat ein einjähriges Moratorium für neue Datenzentren verabschiedet, unter Berufung auf die Infrastruktur, den Wasserverbrauch, den Energiebedarf, die Flächennutzung und die wirtschaftlichen Auswirkungen. In Utah wurde das Projekt Stratos im Box Elder County aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Wasserrechte, des Projektmanagements, der Strompreise und des Widerstands der lokalen Bevölkerung reduziert.
Ähnlich verhält es sich im Bundesstaat New York, wo die Gesetzgeber ein einjähriges Moratorium für große Datenzentren mit einem Verbrauch von etwa 20 Megawatt verabschiedet haben. Nun wird auf die Entscheidung von Gouverneurin Kathy Hochul gewartet. Teil der Debatte sind Studien zu den Auswirkungen auf Strom, Wasser, Flächennutzung, Umweltverschmutzung und den Schutz der normalen Stromverbraucher.
Ein besonders sensibles Thema ist das Wasser, insbesondere im Westen der USA. Datenzentren breiten sich auch in Regionen aus, die bereits unter Wasserknappheit leiden, wie zum Beispiel in Kalifornien. Kritiker weisen darauf hin, dass es aufgrund mangelnder Transparenz oft schwierig ist, den tatsächlichen Wasserverbrauch zu ermitteln.
Die kalifornische Kommission Little Hoover Commission warnte, dass KI-Datenzentren die Stromrechnungen erhöhen könnten. Sie empfahl daher, dass die Kosten für den Ausbau des Stromnetzes hauptsächlich von Technologieunternehmen und nicht von Privathaushalten getragen werden sollten.
Befürworter von Rechenzentren argumentieren, dass sie eine Schlüsselinfrastruktur für die Wirtschaft der künstlichen Intelligenz darstellen und Bauaufträge, Steuereinnahmen und technologische Kapazitäten generieren. Gegner weisen darauf hin, dass viele Projekte öffentliche Subventionen erhalten, die Wasser- und Energiesysteme belasten und nur eine begrenzte Anzahl von dauerhaften Arbeitsplätzen schaffen.
Der Streit betrifft also nicht nur die Technologie, sondern auch das Vertrauen und die Transparenz. In mehreren Ländern kritisieren sowohl Bürger als auch Politiker, dass Projekte oft ohne ausreichende Offenlegung von Daten zum Energie- und Wasserverbrauch sowie zu den Auswirkungen auf die Infrastruktur verhandelt werden.
Für die Vereinigten Staaten wird der Widerstand gegen Rechenzentren zu einer praktischen Hürde für die weitere Entwicklung der KI. Die Zukunft der künstlichen Intelligenz wird nicht mehr nur von Chips, Kapital und Software abhängen, sondern auch von Strom, Wasser, Genehmigungen, dem Zugang zum Netz und der Zustimmung der lokalen Gemeinschaften.
gnews.cz - GH
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