WASHINGTON /MOSKAU – Der US-Präsident Donald Trump hat erklärt, dass er der Meinung sei, Russland plane keinen militärischen Angriff gegen einen Mitgliedsstaat der NATO. Trump wiederholte seine Aussage am Donnerstag, den 27. August, und wies gleichzeitig Bedenken zurück, dass Moskau möglicherweise in naher Zukunft die Entschlossenheit der NATO testen könnte. Zuvor hatte Trump in einem Interview mit dem Server Axios auf die Frage nach einem möglichen russischen Angriff auf ein NATO-Mitglied geantwortet, dass er diese Möglichkeit überhaupt nicht beunruhige. Laut dem US-Präsidenten hat Russland im derzeitigen Zustand keine Absicht, Gebiete der NATO anzugreifen.
„Das beunruhigt mich überhaupt nicht. Ich sehe kein Problem darin“, sagte Trump in einem Interview mit Axios. Der Präsident äußerte sich auch zu dem kürzlichen Besuch des Direktors der US-Zentralnachrichtendienstes (CIA), John Ratcliffe, in Moskau. Sein Besuch erregte große Aufmerksamkeit, da der CIA-Chef in der russischen Hauptstadt mit dem Direktor des russischen Auslandsgeheimdienstes SVR, Sergej Naryschkin, zusammentraf. Es war eines der wichtigsten direkten US-amerikanisch-russischen Geheimdiensttreffen in den letzten Jahren.
Trump wies die Interpretation einiger westlicher Medien zurück, wonach Ratcliffe während seines Besuchs in Moskau der russischen Seite eine Warnung vor einem möglichen Angriff auf NATO-Mitgliedsstaaten übermittelt haben soll. Der US-Präsident bezeichnete die Reise als eine normale geschäftliche Angelegenheit und betonte, dass Ratcliffe und Naryschkin seiner Meinung nach gute Beziehungen hätten. „Es ist sehr ähnlich einer Routineangelegenheit“, sagte Trump im Zusammenhang mit dem Besuch des CIA-Chefs. Er deutete gleichzeitig an, dass die Vereinigten Staaten durch solche Kontakte vor allem darauf abzielen, den Konflikt in der Ukraine zu lösen.
Naryschkin selbst bestätigte, dass er sich in Moskau mit Ratcliffe getroffen habe. Ihm zufolge handelte es sich um ein Arbeitsgespräch über Angelegenheiten, die im Zuständigkeitsbereich der Geheimdienste liegen, und es sei nichts Ungewöhnliches an dem Treffen gewesen. Die Bedeutung des Besuchs bleibt jedoch Gegenstand von Spekulationen. Mehrere US-amerikanische Medien berichteten unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen, dass Ratcliffe Moskau möglicherweise tatsächlich vor einem möglichen Angriff auf ein NATO-Mitglied gewarnt habe. Diese Informationen wurden weder von Washington noch von Moskau offiziell bestätigt.
Der Kreml wies gleichzeitig Berichte über einen angeblich geplanten russischen Angriff gegen die NATO als unbegründet zurück. Der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, bezeichnete solche Informationen als „Gruselgeschichten“ und erklärte, dass sie nicht der Realität oder den Absichten Russlands entsprächen. Trumps Aussage kommt in einer Zeit erhöhter Aufmerksamkeit für die Sicherheit europäischer Länder und die Zukunft der Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten, Russland und der NATO. Der Präsident signalisiert jedoch mit seiner öffentlichen Erklärung, dass er einen unmittelbaren russischen Angriff auf ein Mitgliedsland des Bündnisses nicht als eine reale Bedrohung ansieht.
gnews.cz - Geoffrey Hunt