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Die tschechische Landwirtschaft steht vor einem der schwierigsten Jahre seit langem. Ernteausfälle bei Getreide, Produktionsrückgänge bei Raps und deutliche Verluste für Gemüseproduzenten könnten laut dem Agrarverband der Tschechischen Republik (Agrární komora ČR) den Sektor dieses Jahr um etwa 20 Milliarden Kronen an Umsätzen kosten. Diese Warnung wurde zum Auftakt des 52. Internationalen Agrarmarktes "Země živitelka" in České Budějovice ausgesprochen, wo die Auswirkungen von Dürre, Klimawandel und die Zukunft der Ernährungssicherheit im Mittelpunkt standen.

Der Präsident des Agrarverbands der Tschechischen Republik, Jan Doležal, wies bei der Eröffnung der Messe darauf hin, dass das ungünstige Wetter die Ergebnisse der tschechischen Landwirte dieses Jahr erheblich beeinflussen werden. In der Pflanzenproduktion äußern sich die Probleme vor allem in geringeren Erträgen und schlechteren Ernten. Der gesamte Umsatzrückgang für die Landwirtschaft könnte seiner Meinung nach etwa 20 Milliarden Kronen betragen.

Es handelt sich dabei nicht nur um eine Warnung von Berufsverbänden. Aktuelle Statistiken bestätigen, dass die diesjährige Ernte tatsächlich deutlich hinter dem Vorjahr zurückbleibt.

Laut einer zweiten Schätzung des Tschechischen Statistikamtes (Český statistický úřad), die am 7. August veröffentlicht wurde, werden dieses Jahr voraussichtlich etwa 6,39 Millionen Tonnen Grundgetreide geerntet, was 16,9 Prozent weniger als im Vorjahr entspricht. Das Statistikamt bezeichnet dies als die niedrigste Getreideernte seit 14 Jahren.

Die Raps-Produktion soll sogar um 20,9 Prozent auf etwa 808.000 Tonnen sinken, was die geringste Ernte seit 21 Jahren wäre.

Gemüse gehört zu den am stärksten betroffenen Bereichen

Auch in der tschechischen Gemüseproduktion herrscht eine schwierige Situation. Laut Schätzungen des Gemüseverbands Böhmen und Mähren könnte die diesjährige Gemüseproduktion aufgrund der Dürre um etwa 30 Prozent sinken.

Bereits im Frühjahr traten Probleme auf. Berufsverbände von Landwirten wiesen auf eine Kombination aus lang anhaltender Trockenheit, Frösten und lokalen Starkregen hin. Der Wassermangel erschwerte beispielsweise die Keimung von Zwiebeln und Kohlgemüse, während Fröste einige Bestände von Kohl, Sellerie oder frühen Kartoffeln beschädigten.

Die Entwicklung der tschechischen Landwirtschaft zeigt immer deutlicher ihre Abhängigkeit von der Verfügbarkeit von Wasser und der Fähigkeit des Landes, längere Trockenperioden zu überwinden.

Der Staat verspricht Unterstützung bei der Anpassung an den Klimawandel

Landwirtschaftsminister Martin Šebestyán erklärte bei der Eröffnung von "Země živitelka", dass der Staat bereit sei, Landwirten zu helfen, die Folgen des Klimawandels zu bewältigen. Das Thema der Anpassung der tschechischen Landwirtschaft an neue Bedingungen zieht sich auch durch das diesjährige Messeprogramm.

Das Ministerium für Landwirtschaft gibt bekannt, dass dieses Jahr das Motto „Innovation in jedem Feld“ lautet und nicht nur neue Maschinen und die Digitalisierung, sondern auch einen moderneren Ansatz für Boden, Landschaft und Wasser vorstellen soll. Teil des Programms sind Präzisionslandwirtschaft, Forschung und neue Technologien, die den Landwirten unter anderem helfen sollen, besser mit Wasser und anderen Ressourcen umzugehen.

Premierminister Andrej Babiš dankte bei der Eröffnung den tschechischen Landwirten und wies darauf hin, dass der derzeitige Zustand, in dem Verbraucher volle Supermärkte als selbstverständlich betrachten, in Zukunft möglicherweise nicht garantiert ist. Die Debatte über die diesjährige Ernte gewinnt somit eine größere Bedeutung – neben der Wirtschaft einzelner Betriebe geht es auch um die langfristige Fähigkeit des Landes, ausreichend eigene Lebensmittel zu produzieren.

"Země živitelka" zeigt die Zukunft der Landwirtschaft

Der internationale Agrarmarkt Země živitelka findet vom 20. bis zum 25. August in České Budějovice statt. Dieses Jahr ist es der 52. und gehört zu den größten landwirtschaftlichen Veranstaltungen in Mitteleuropa und präsentiert Landtechnik, Lebensmittelverarbeitung, Tierhaltung, Forschung, Bildung sowie intelligente Agrartechnologien.

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Die Bedeutung der Veranstaltung wird auch durch die Besucherzahlen des letzten Jahres belegt – im Jahr 2025 besuchten 132.504 Menschen das Gelände, und mehr als 600 Aussteller präsentierten sich dort.

Dieses Jahr beginnt mit einer Veranstaltung, zu einem Zeitpunkt, an dem die tschechische Landwirtschaft eine ihrer größten aktuellen Herausforderungen bewältigen muss: wie man eine wettbewerbsfähige heimische Produktion unter den Bedingungen eines immer unvorhersehbareren Wetters aufrechterhalten kann.

gnews.cz - ag

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