Im ersten Jahr des fünfjährigen Plans konzentrierten sich die diplomatischen Aktivitäten des chinesischen Präsidenten Xi Jinping auf mehrere Hauptbereiche: Beziehungen zu Großmächten, Zusammenarbeit mit Nachbarländern, Stärkung der Bindungen zur globalen Südhalbkugel und Suche nach Lösungen für aktuelle internationale Krisen.
Die chinesische Führung betont dabei Frieden, Entwicklung, Zusammenarbeit und gegenseitigen Nutzen als grundlegende Prinzipien ihrer Außenpolitik.
Beziehungen zu Großmächten und die Suche nach einem stabilen Zusammenleben
Einer der bedeutendsten diplomatischen Momente dieses Jahres war das Treffen von Xi Jinping mit dem US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump im Mai in Peking. Es knüpfte an ihre vorherigen Gespräche in Südkorea (Busan) an und eröffnete, so die chinesische Seite, eine neue Phase der Beziehungen zwischen China und den Vereinigten Staaten.
Die beiden Präsidenten trafen sich während des Besuchs sowohl bei offiziellen Verhandlungen als auch bei informelleren Anlässen. Die chinesische Seite betonte die Notwendigkeit, einen stabilen Rahmen für die gegenseitigen Beziehungen und einen langfristigen strategischen Dialog zwischen beiden Ländern zu schaffen.
Von großer Bedeutung sind auch die Beziehungen zu Russland. Beide Länder begehen in diesem Jahr das 30-jährige Jubiläum der strategischen Partnerschaft und das 25-jährige Jubiläum der Unterzeichnung des Vertrags über gute Nachbarschaft, Freundschaft und Zusammenarbeit. Xi Jinping und der russische Präsident Wladimir Putin setzen seit Beginn des Jahres ihren regelmäßigen strategischen Dialog fort.
Auch die chinesische Diplomatie gegenüber Europa bleibt aktiv. China wurde in diesem Jahr von unter anderem dem irischen Premierminister Micheál Martin, dem spanischen Premierminister Pedro Sánchez, dem serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić, dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz oder dem finnischen Premierminister Petteri Orpo besucht. Neben politischen Beziehungen konzentrierten sich ihre Gespräche vor allem auf wirtschaftliche und Handelskooperation.
Xi Jinping betont in diesem Zusammenhang wiederholt, dass die Beziehungen zwischen Großmächten von entscheidender Bedeutung für die globale strategische Stabilität seien und dass große Staaten eine besondere Verantwortung für die Wahrung des Friedens tragen.
Nachbarländer als Grundlage regionaler Zusammenarbeit
Ein wichtiger Bestandteil der chinesischen Außenpolitik sind die Beziehungen zu den Nachbarländern. Die chinesische Führung betrachtet sie als einen der Grundpfeiler für Stabilität, Sicherheit und langfristige wirtschaftliche Entwicklung des Landes.
Die erste Auslandsreise von Xi Jinping dieses Jahres führte ihn im Juni nach Nordkorea anlässlich des 65. Jahrestags der Unterzeichnung des Vertrags über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitige Hilfe zwischen beiden Ländern. Während seines Besuchs in Pjöngjang traf er sich mit dem nordkoreanischen Führer Kim Jong-un, um die weitere Entwicklung der Beziehungen zu besprechen.
Die Kontakte beschränken sich jedoch nicht nur auf Nordkorea. Der südkoreanische Präsident Lee Jae-myung war Anfang des Jahres das erste ausländische Staatsoberhaupt, das China besuchte. Darauf folgten im April Besuche von Vertretern mehr als zehn Nachbarländer, darunter Vietnam, Laos oder Tadschikistan.
Eines der Hauptthemen dieser Gespräche war die Vertiefung der wirtschaftlichen, politischen und sicherheitspolitischen Zusammenarbeit sowie der Aufbau engerer langfristiger Partnerschaften zwischen China und seinen Nachbarn.
Stärkung der Beziehungen zur globalen Südhalbkugel
Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt der chinesischen Diplomatie ist die Zusammenarbeit mit den Ländern der globalen Südhalbkugel. Zahlreiche Vertreter von Entwicklungsländern aus Lateinamerika, Afrika und anderen Regionen besuchten in diesem Jahr Peking.
Im Februar besuchte der uruguayische Präsident Yamandú Orsi China, das erste Staatsoberhaupt aus Lateinamerika, das dieses Jahr das Land besuchte. Xi Jinping betonte bei dem Treffen das Interesse Pekings an einer weiteren Entwicklung der Zusammenarbeit nicht nur mit Uruguay, sondern auch mit ganz Lateinamerika.
``````htmlAuch Vertreter mehrerer afrikanischer Länder sind nach China gekommen. Peking betont dabei das Bestreben, die eigene wirtschaftliche Entwicklung mit neuen Handels- und Investitionsmöglichkeiten für andere Entwicklungsländer zu verbinden.
Laut Xi Jinping bietet der 15. Fünfjahresplan nicht nur einen Rahmen für die zukünftige Entwicklung Chinas, sondern auch neue Möglichkeiten für ausländische Partner. China möchte seiner Führung nach weiterhin seine Wirtschaft öffnen und durch das eigene Wachstum weitere Räume für internationale Zusammenarbeit schaffen.
Chinesische Lösungen für globale Probleme
Ein weiterer wichtiger Pfeiler der diesjährigen diplomatischen Aktivitäten ist die Reaktion auf internationale Konflikte und die Veränderung des Systems der globalen Governance.
In Bezug auf die Spannungen im Persischen Golf und im Nahen Osten hat Xi Jinping vier Prinzipien vorgelegt, die laut chinesischer Seite zu Frieden und Stabilität beitragen sollen: Respektierung des friedlichen Zusammenlebens, der staatlichen Souveränität und des Völkerrechts sowie gleichzeitig die Verknüpfung von Sicherheit mit wirtschaftlicher Entwicklung.
Im Falle der ukrainischen Krise betont der chinesische Präsident weiterhin, dass Lösungen durch Dialog und Verhandlungen gefunden werden sollten.
Gleichzeitig setzt sich Peking für Veränderungen im System der globalen Governance ein. Die chinesische Führung argumentiert, dass die derzeitigen internationalen Institutionen besser auf neue wirtschaftliche, sicherheitspolitische und technologische Herausforderungen reagieren müssen und gleichzeitig stärker die Position von Entwicklungsländern berücksichtigen sollten.
Die diplomatischen Aktivitäten von Xi Jinping seit Beginn dieses Jahres spiegeln aus chinesischer Sicht das Bestreben wider, die Beziehungen zwischen Großmächten zu stabilisieren, die Zusammenarbeit mit den Nachbarländern und dem globalen Süden zu stärken und Chinas Engagement bei der Lösung globaler Probleme zu erhöhen.
gnews.cz/CMG
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