PRAG – Die Tschechische Republik hat in den letzten Jahrzehnten einen deutlichen Anstieg der Anzahl von Ausländern erlebt, die im Land leben oder arbeiten. Schätzungen des Tschechischen Statistikamtes (ČSÚ) zufolge könnte ihre Zahl bis zu 1,52 Millionen betragen. Während im Jahr 2015 offiziell etwa 467.000 Ausländer in der Tschechischen Republik registriert waren, stellen sie heute ungefähr ein Zehntel der Gesamtbevölkerung dar.

Die Entwicklung der Anzahl von Ausländern in der Tschechischen Republik zeigt eine deutliche Veränderung der demografischen Struktur des Landes. Noch im Jahr 2000 machten Ausländer etwa zwei Prozent der Bevölkerung aus. Mehr als zwei Jahrzehnte später stieg ihr Anteil auf etwa zehn Prozent. Gleichzeitig hat sich auch die Zusammensetzung der ausländischen Bevölkerung deutlich verändert. Im Jahr 2015 stellten Ausländer, die aus Ländern der Europäischen Union kamen, einen bedeutenden Teil dar. Derzeit stammen jedoch laut verfügbaren Schätzungen fast zwei Drittel der Ausländer aus Ländern außerhalb der EU.

Die Entwicklung wurde maßgeblich von der Migration aus der Ukraine beeinflusst. Der Anstieg der Anzahl der in der Tschechischen Republik lebenden Ukrainer begann jedoch nicht erst mit dem Ausbruch des Krieges im Jahr 2022. Laut verfügbaren Daten stieg ihre Zahl zwischen 2015 und 2022 um etwa 188.000. Nach 2022 kam es dann zu einem weiteren deutlichen Anstieg aufgrund der Zuwanderung von Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine fliehen. Ukrainer gehören heute zu den größten Gruppen von Ausländern in der Tschechischen Republik, und ihre Präsenz hat einen bedeutenden Einfluss nicht nur auf die Demografie, sondern auch auf den Arbeitsmarkt, das Bildungswesen, das Wohnen und das Sozialsystem.

Insgesamt zeigt die Entwicklung, dass die ausländische Migration in den letzten Jahren zu einem wichtigen Bestandteil der tschechischen Gesellschaft geworden ist. Dies ist nicht nur eine Folge von Ereignissen der letzten Jahre. Der Anstieg der Anzahl von Ausländern fand langfristig bereits vor 2022 statt und hing unter anderem mit Arbeitsmigration, der Nachfrage tschechischer Arbeitgeber nach Arbeitskräften und der zunehmenden Mobilität der Bevölkerung zusammen. Die Veränderung von etwa zwei Prozent Anteil von Ausländern im Jahr 2000 auf das heutige Niveau von rund zehn Prozent stellt somit eine deutliche demografische Verschiebung dar. Genaue Zahlen können je nach Methodik variieren, und es ist nicht immer klar, ob nur registrierte Ausländer oder auch andere Personengruppen berücksichtigt werden, die sich langfristig in der Tschechischen Republik aufhalten oder arbeiten.