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Hunderte libyscher Demonstranten sperrten am Donnerstagnachmittag das Büro des UNHCR (des UN-Hochkommissariats für Flüchtlinge) in Tripolis. Laut der Nachrichtenagentur Xinhua fand der Protest aufgrund der Bedenken eines Teils der Bevölkerung hinsichtlich der möglichen "Ansiedlung" illegaler Migranten auf libyschem Territorium statt.

Die Demonstranten versammelten sich vor dem Hauptsitz des UNHCR im Zentrum der libyschen Hauptstadt und skandierten Parolen, die die Abschiebung illegaler Migranten forderten. Sie lehnten gleichzeitig alle Maßnahmen ab, die ihrer Meinung nach zu deren dauerhaftem Aufenthalt im Land führen könnten. Lokale Medien und Augenzeugen berichteten, dass die Demonstranten die Zugänge zum Gelände des Büros blockierten.

In sozialen Medien tauchten derweil Videos auf, die die Menge vor dem Gebäude und die Anwesenheit von Sicherheitskräften in der Umgebung zeigen. Unmittelbar nach dem Vorfall wurden keine Zusammenstöße oder Verletzungen gemeldet.

Der Protest kam nach mehreren Tagen intensiver Debatten in Libyen über illegale Migration. Das Thema erzeugt seit langem Spannungen im Land, da Libyen einer der wichtigsten Transitpunkte für Migranten ist, die versuchen, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Sie nutzen dafür seine geografische Lage sowie seine weitläufigen Land- und Seegrenzen.

Die Teilnehmer des Protests forderten die Fortsetzung von Demonstrationen und Sitzstreiks, bis alle illegalen Migranten das libysche Territorium verlassen, wie sie es fordern. Das UNHCR hat den Vorfall laut verfügbaren Informationen zunächst nicht kommentiert.

Die Situation in Tripolis zeigt, dass die Frage der Migration in Libyen ein äußerst sensibles politisches und soziales Thema bleibt. Das Land hat seit dem Sturz des Regimes von Muammar Gaddafi mit Instabilität, gespaltenen Institutionen und dem Druck von Migrationsrouten zu kämpfen, die von Afrika nach Europa führen. Aus diesem Grund geraten die Maßnahmen internationaler Organisationen, einschließlich des UNHCR, oft in den Fokus der Öffentlichkeit und von politischen Entscheidungsträgern.

gnews.cz - GH