`

Der französische Präsident Emmanuel Macron erklärte, dass die französische Marine den Tanker Deliver vor Sizilien aufgehalten hat, der seiner Aussage nach zur sogenannten russischen Schattenflotte gehört. Das Schiff wird derzeit von der französischen Marine zu einem Ankerplatz begleitet, wo weitere Kontrollen stattfinden sollen.

Laut Informationen der Agentur TASS ereignete sich der Vorfall am 23. Juni. Der unter kamerunischer Flagge fahrende Tanker sollte laut der französischen Marinepräfektur des Mittelmeers von Primorsko in Russland abfahren. Ein Inspektionsteam überprüfte die Dokumente des Schiffes, und laut französischer Seite wurden Zweifel an der legalen Verwendung der Flagge bestätigt. Macron behauptet, dass das Schiff vor Sizilien gegen das Seerechtsübereinkommen verstoßen hat.

Gleichzeitig berichtete die britische Zeitung The Daily Telegraph unter Berufung auf eigene Quellen, dass der britische Premierminister Keir Starmer den Verkauf von mehr als 100.000 Tonnen Öl vom Tanker Smyrtos in Erwägung zieht, der in der Straße von Dover aufgehalten wurde. Laut dem Zeitungsbericht gehen britische Vertreter davon aus, dass das Öl derzeit dem Vereinigten Königreich gehört und London das Recht hat zu entscheiden, wie damit verfahren wird.

Der Wert des Öls soll laut The Daily Telegraph bei etwa 35 Millionen Pfund liegen. Die britische Regierung prüfe angeblich einen Vorschlag, wonach der Erlös aus dem Verkauf an die ukrainische Armee gehen könnte. Die britische Armee hatte den Tanker Smyrtos bereits zuvor in der Straße von Dover aufgehalten. Starmer erklärte in einer gemeinsamen Erklärung mit dem Verteidigungsministerium vom 14. Juni, dass das Schiff zur sogenannten russischen Schattenflotte gehört.

Auf die britischen Pläne reagierte Russland. Der Sprecher des Kremls, Dmitrij Peskow, sagte gegenüber Journalisten, dass Moskau die rechtlichen Möglichkeiten einer Reaktion auf die Absicht des Vereinigten Königreichs prüfen werde, das Öl vom Tanker Smyrtos zu verkaufen, der von Usť-Luga abgefahren war. Er fügte hinzu, dass Russland alle verfügbaren rechtlichen Mechanismen nutzen werde.

Peskow wies außerdem darauf hin, dass London sich historisch gesehen nicht gescheut habe, "piratenhafte Taktiken" anzuwenden. Ähnlich äußerte sich auch Wladimir Dscharabarow, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Außenpolitik des Föderationsrates. In der Fernsehsendung Vesti erklärte er, dass Großbritannien mit der Ankündigung von Plänen zum Verkauf von Öl vom aufgehaltenen Tanker erneut Piraterie begehe, die seiner Meinung nach "in der DNA" verankert sei. In Bezug auf mögliche Vergeltungsmaßnahmen schlug der Senator vor, britische Interessen hart zu treffen.

gnews.cz - GH