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Großbritannien hat bisher den härtesten Schritt gegen die sogenannte russische Schattenflotte unternommen. In der Nacht zum Sonntag haben britische Streitkräfte im Ärmelkanal den sanktionierten Öltanker "Smyrtos" beschlagnahmt, der laut dem britischen Verteidigungsministerium mit dem Transport russischen Öls und der Umgehung von Sanktionen in Verbindung steht. Die britische Regierung hat über die Operation informiert.

Ein Team der Royal Marines, zusammen mit speziell ausgebildeten Mitarbeitern der britischen Nationalen Kriminalpolizei, stieg an Bord des Schiffes, das unter kamerunischer Flagge fuhr. Die Operation dauerte etwa sechs Stunden und wurde laut London unter anderem von einem Patrouillenfahrzeug vom Typ P-8, weiteren Flugzeugen, der Fregatte HMS Sutherland und dem Minenräumboot HMS Ledbury unterstützt. Der Tanker soll an die Südküste Englands gebracht werden, wo er weiter überwacht wird, um Sicherheits- und Umweltrisiken zu minimieren.

Der britische Premierminister Keir Starmer bezeichnete den Einsatz als weiteren Schlag für diejenigen, die seiner Meinung nach dazu beitragen, den Krieg des russischen Präsidenten Wladimir Putin gegen die Ukraine zu finanzieren. Der Verteidigungsminister Dan Jarvis sagte, dass Russland sich auf die Schattenflotte verlässt, um den Konflikt zu finanzieren, und dass der britische Einsatz dazu dienen soll, diese Einnahmequelle zu schwächen. Laut AP betonte Starmer, dass die Operation auch in Koordination mit Frankreich durchgeführt wurde.

Die Bedeutung der Aktion liegt vor allem darin, dass es sich um die erste Beschlagnahmung eines Schiffes, das mit der russischen Schattenflotte in Verbindung steht, seit Beginn der umfassenden russischen Invasion in der Ukraine handelt. Ähnliche Maßnahmen wurden bereits von Frankreich, Estland und Finnland ergriffen. London hat sich zu diesem härteren Vorgehen entschlossen, nachdem es im März der britischen Armee erlaubt hatte, an Bord von sanktionierten Schiffen zu steigen, die britische Gewässer befahren.

Die Schattenflotte bezeichnet ein Netzwerk älterer Tanker mit undurchsichtigen Eigentumsverhältnissen, häufigen Flaggenwechseln und problematischen Versicherungen. Russland begann, diese Flotte in größerem Umfang zu nutzen, nachdem die G7 im Jahr 2022 eine Preisobergrenze für russisches Öl eingeführt hatten. Laut westlichen Quellen hilft diese Flotte Moskau, weiterhin Öl zu exportieren und Geld zu verdienen, trotz der Sanktionen. Die EU und Großbritannien haben bereits Hunderte solcher Schiffe auf die Sanktionsliste gesetzt.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bedankte sich bei Großbritannien für den Einsatz und forderte die europäischen Länder auf, noch strengere Gesetze zu erlassen. Er sagte, dass Europa nicht nur verdächtige Tanker beschlagnahmen, sondern auch die Möglichkeit haben sollte, deren Ölfracht zu beschlagnahmen. Die Operation vom Sonntag könnte ein Signal sein, dass der Westen von Sanktionslisten zu einer härteren Durchsetzung der Regeln direkt auf See übergeht.

gnews.cz - GH