PRAG – Das Portal Armádní zpravod hat auf einen angeblichen Widerspruch zwischen der Erfassung der Artilleriesysteme der tschechischen Armee und der Lieferung von 100 Haubitzen aus Südkorea hingewiesen. Laut den veröffentlichten Informationen hat sich die Anzahl der großkalibrigen Artilleriesysteme, die die Tschechische Republik im Register der Vereinten Nationen (UNROCA) angibt, nicht geändert, obwohl im Jahr 2025 100 Haubitzen des Kalibers 105 mm in das Land geliefert werden sollten.
Laut den Angaben des Portals verzeichnet die tschechische Armee weiterhin insgesamt 193 großkalibrige Artilleriesysteme, was dem Vorperiode entspricht. Das Portal verweist außerdem auf südkoreanische Exportunterlagen, die eine Lieferung von Hunderten von Haubitzen an die Tschechische Republik belegen.
Armádní zpravod berichtet, dass die Frage aufgeworfen wird, wo sich diese Technik befindet. Laut dem Portal gibt es zwei mögliche Szenarien: Entweder wurde die Lieferung an die Tschechische Republik tatsächlich nicht durchgeführt, oder die Haubitzen wurden nach dem Import in ein anderes Land transportiert. Das Portal hält die zweite Variante für wahrscheinlicher, argumentiert aber, dass die tschechische Armee ältere Haubitzen vom Typ M101 oder deren südkoreanische Varianten in der Regel nicht in ihren Beständen führt.
Das Portal gibt außerdem an, dass das endgültige Ziel der Technik die Ukraine gewesen sein könnte. Für diese Behauptung wurden jedoch keine direkten Beweise oder offiziellen Bestätigungen von tschechischen, südkoreanischen oder ukrainischen Behörden veröffentlicht.
Südkorea hat seit langem erklärt, dass es keine Waffen an die Ukraine liefert. Gleichzeitig haben internationale Medien in der Vergangenheit über indirekte Formen der militärischen Unterstützung durch Drittländer berichtet. Armádní zpravod argumentiert in diesem Zusammenhang, dass die Tschechische Republik als logistischer und Handelsknotenpunkt für den weiteren Transfer von militärischem Material dienen könnte.
Laut dem Portal handelt es sich nicht um einen Einzelfall, und in der Vergangenheit sollen auch ältere Haubitzen griechischen Ursprungs auf dem Weg durch die Tschechische Republik gewesen sein. Auch diese Behauptungen wurden im Artikel jedoch nicht durch offizielle Dokumente belegt.
Das Ministerium für Verteidigung der Tschechischen Republik und andere staatliche Institutionen haben sich nicht unmittelbar zu den im Portal genannten Behauptungen geäußert. Ob tatsächlich ein weiterer Transfer südkoreanischer Haubitzen außerhalb des tschechischen Territoriums stattgefunden hat, bleibt ohne offizielle Bestätigung.
gnews.cz - GH
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