Kolumbien verschärft seine Migrations- und Sicherheitspolitik deutlich. Der neue Präsident Abelardo De La Espriella hat Polizei und Migrationsbehörden angewiesen, koordinierte Operationen gegen Ausländer zu starten, die sich illegal im Land aufhalten. Priorität sollen dabei Personen haben, die mit kriminellen Aktivitäten in Verbindung stehen, gefolgt von anderen Migranten mit ungeklärtem Aufenthaltsstatus. Diese könnten einer Abschiebung ausgesetzt sein.

Der kolumbianische Präsident Abelardo De La Espriella gab diese neue Vorgehensweise während eines Sicherheitsgipfels in Barranquilla bekannt. Nach seiner Anweisung sollen die ersten koordinierten Operationen von Polizei und Migrationsbehörde bereits in dieser Woche beginnen.

"Die Anweisungen für die Migrationsbehörden sind klar", erklärte der Präsident, wobei er betonte, dass sich die Behörden zunächst auf Migranten konzentrieren sollten, die Straftaten begehen, und anschließend auf Personen, deren Aufenthalt im Land nicht ordnungsgemäß legalisiert ist. Bei Nichteinhaltung gesetzlicher Bestimmungen sollen Abschiebungen folgen. Das Präsidialamt Kolumbiens hat diese Anweisungen offiziell bestätigt.

Wendepunkt in der kolumbianischen Migrationspolitik

Dieser neue Ansatz stellt eine deutliche Veränderung für ein Land dar, das im vergangenen Jahrzehnt zu einem der wichtigsten Zufluchtsorte für Menschen geworden ist, die vor wirtschaftlichen und politischen Krisen in Venezuela fliehen.

Laut der Nachrichtenagentur AP befinden sich schätzungsweise 2,8 Millionen Venezolaner in Kolumbien. Viele von ihnen erhielten die Möglichkeit, ihren Aufenthalt zu legalisieren, dank eines Programms zum Schutz vor Abschiebung, das vom damaligen Präsidenten Iván Duque im Jahr 2021 eingeführt wurde. Die neue Regierung signalisiert nun jedoch einen deutlich härteren Kurs gegenüber Personen ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung.

De La Espriella trat erst am 7. August 2026 sein Amt als Präsident an. Die Verschärfung der Sicherheits- und Migrationspolitik gehört zu den Hauptprioritäten seiner neuen Regierung.

Die Regierung will auch gegen Erpressung vorgehen

Die Abschiebungen sind nur ein Teil eines umfassenderen Sicherheitspakets. Der Präsident kündigte außerdem die Gründung einer nationalen Task Force zur Bekämpfung von Erpressung an, die die Kräfte von Armee, Polizei, Marine und Luftwaffe in Zusammenarbeit mit der Generalstaatsanwaltschaft und der Justiz bündeln soll.

Die Regierung will besonderes Augenmerk auf Erpressungen legen, die aus Gefängnissen organisiert werden. Daher sind intensivere Razzien, eine Erweiterung des Netzwerks von Informanten, Verlegungen einiger Häftlinge und weitere Maßnahmen geplant, um das Funktionieren krimineller Strukturen zu stören.

Teil dieser Strategie soll auch die Schaffung spezialisierter Teams von Staatsanwälten und Richtern in den einzelnen Städten sein. Gleichzeitig plant die Regierung, die Aktivitäten der kolumbianischen Einheit für Finanzinformationen und -analyse (UIAF) zu verstärken, die verdächtige Finanztransaktionen überwacht und bei der Aufdeckung von Geldwäsche und der Finanzierung organisierter Kriminalität hilft.

De La Espriella erklärte außerdem, dass seine Regierung bewaffnete illegale Gruppen, die in Kolumbien operieren, als terroristische Organisationen einstufen will. Damit wird Sicherheit bereits in den ersten Wochen seiner Amtszeit zu einem der wichtigsten Themen der neuen kolumbianischen Regierung.

gnews.cz - GH