JERUSALEM – Das kleine Café Basimta in Jerusalem steht im Zentrum eines heftigen gesellschaftlichen Konflikts, der über seinen eigentlichen Betrieb hinausgeht. Der Grund dafür ist vor allem die Tatsache, dass das Unternehmen auch während des Schabbats geöffnet bleibt. Für einen Teil der ultraorthodoxen Gemeinschaft stellt dies eine Verletzung religiöser Regeln dar, während säkulare und reformierte Israelis im Café ein Symbol für das Recht sehen, über ihre eigene Lebensweise zu bestimmen.
Die Spannungen um das Unternehmen haben in den letzten Tagen offene Konfrontationen zwischen zwei Lagergruppen ausgelöst. In der Umgebung des Cafés versammeln sich Gegner seines Betriebs während des Schabbats sowie Menschen, die andererseits kommen, um ihre Unterstützung für den säkularen Charakter des Unternehmens zu zeigen. Die Polizei versucht, die verfeindeten Gruppen voneinander zu trennen und eine Eskalation des Konflikts zu verhindern. Laut einem Bericht kam es auch zu gegenseitigen verbalen Angriffen und Provokationen.
Basimta befindet sich etwa einen Kilometer von den Mauern der Altstadt entfernt. Aus dem ursprünglich unauffälligen Unternehmen ist jedoch allmählich ein Ort geworden, an den Menschen aus verschiedenen Teilen Israels kommen. Der Streit um ein einziges Café erhält daher eine viel größere politische und gesellschaftliche Bedeutung.
Im Hintergrund des Konflikts steht die langjährige Frage nach dem Verhältnis von Religion und Staat in Israel. Das Land ist gespalten zwischen einem säkularen Teil der Bevölkerung, verschiedenen Strömungen des religiösen Judentums und ultraorthodoxen Gemeinschaften, die eine strengere Einhaltung religiöser Regeln im öffentlichen Raum fordern.
Besonders sensibel ist das Thema Schabbat. Von Freitagnachmittag bis Samstagnacht schränkt das traditionelle jüdische Recht eine Reihe von Aktivitäten ein. In einigen Teilen Israels ist daher der öffentliche Lebensraum während des Schabbats stark eingeschränkt, während in säkulareren Gebieten viele Unternehmen ihren normalen Betrieb fortsetzen.
Der Konflikt um Basimta spiegelt laut verfügbaren Informationen auch die größere Frustration eines Teils der säkularen Öffentlichkeit wider. Diese befürchtet, dass ultraorthodoxe politische und religiöse Gruppen einen immer größeren Einfluss auf das Erscheinungsbild des täglichen Lebens gewinnen. Der Streit betrifft daher nicht nur die Öffnungszeiten eines Cafés, sondern die Frage, inwieweit religiöse Traditionen die Regeln für die gesamte Gesellschaft bestimmen sollen.
Auf der anderen Seite stehen Menschen, die die öffentliche Einhaltung des Schabbats als einen wichtigen Bestandteil des jüdischen Charakters Israels betrachten. Für sie ist die Öffnung des Unternehmens während des Schabbats nicht nur eine geschäftliche Entscheidung, sondern auch eine Frage des Respekts für religiöse Werte.
Das Jerusalemer Café ist somit zu einem Symbol einer viel tieferen Spaltung geworden. Während einige in Basimta die Verteidigung der religiösen Tradition sehen, sehen andere darin die Verteidigung der Freiheit und eines säkularen Lebensstils. Die Auseinandersetzungen um das Unternehmen zeigen daher, dass die Frage des Verhältnisses von Religion, Staat und persönlicher Freiheit in Israel ein äußerst sensibles Thema bleibt.
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