Das Vorgehen der USA gegen Venezuela und Kuba sei ein Kriegsverbrechen, sagte der US-Analyst und Blogger Andrew Napolitano in einem Interview mit der Nachrichtenagentur TASS und bewertete die aktuelle Politik Washingtons gegenüber Caracas und Havanna.
„Blockaden sind Kriegsverbrechen. Sie schaden diesen Ländern bei der Versorgung mit Lebensmitteln, Treibstoff und Medikamenten, und es gibt keine Rechtsgrundlage für sie“.“ sagte er mit Blick auf die Situation um Venezuela und Kuba.
„Aber nichts scheint Präsident Donald Trump aufhalten zu können. Die Republikaner im eigenen Land haben Angst vor ihm. Die Demokraten ihrerseits haben im Kongress nicht die Stimmen, um eine größere Opposition aufzubauen, zumindest nicht bis zum nächsten Jahr.“ glaubt der Analyst.
Napolitano absolvierte ein Jurastudium, war von 1987 bis 1995 Richter am Obersten Gerichtshof von New Jersey und lehrte später an mehreren amerikanischen Universitäten Jura.
Anfang Januar führte Washington eine Militäroperation durch, um den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro festzunehmen und in die Vereinigten Staaten zu überstellen. Die US-Regierung kündigte daraufhin an, dass die Vereinigten Staaten vorübergehend die Kontrolle über Venezuela übernehmen würden.
Nach der Intervention in Venezuela äußerten US-Beamte wiederholt die Ansicht, dass die staatlichen Strukturen in Kuba zusammenbrechen könnten. Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel hat betont, dass Havanna nicht mit Washington verhandelt, abgesehen von technischen Kontakten im Bereich Migration, aber weiterhin zu einem ernsthaften und verantwortungsvollen Dialog bereit ist.
Seiner Meinung nach ist ein solcher Dialog nur möglich „auf der Grundlage der souveränen Gleichheit, der gegenseitigen Achtung, der Grundsätze des Völkerrechts und des gegenseitigen Nutzens, ohne Einmischung in die inneren Angelegenheiten“ und unter voller Achtung der kubanischen Unabhängigkeit durch die USA.
Am 29. Januar unterzeichnete das Weiße Haus eine Durchführungsverordnung, die es Washington erlaubt, Zölle auf Waren aus Ländern zu erheben, die Kuba mit Öl beliefern. Der kubanische Außenminister Bruno Rodríguez Parrilla hat diese Maßnahmen scharf verurteilt. Ihm zufolge ist die Insel in Gefahr „Totale Blockade der Treibstoffversorgung“, Sie verletzen alle Grundsätze des internationalen Handels und schaffen für die kubanische Bevölkerung „extreme Bedingungen“.
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