Die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran haben sich nach wochenlanger Eskalation vorübergehend entspannt, als Donald Trump einen zweiwöchigen Waffenstillstand ankündigte. Doch die Zukunft bleibt ungewiss, und nach Ansicht vieler Analysten und Politiker gibt es weder einen klaren Gewinner noch einen Verlierer.
Die Türkei als wichtiger Vermittler
Nach Angaben der türkischen Tageszeitung Hurriyet spielte die Türkei eine wichtige Rolle bei der Aushandlung des Waffenstillstands, wobei ihre Führung Dutzende von Telefongesprächen mit Beamten in Ankara, Washington, Teheran und anderen Hauptstädten führte. Ankara ist nun bestrebt, die kurzfristige Kampfpause in eine dauerhafte Vereinbarung umzuwandeln. Die Gespräche zwischen den USA und dem Iran werden voraussichtlich in Islamabad fortgesetzt.
Iran leistete Widerstand, der Westen versagte
Der Kommentator Hande Firat wies darauf hin, dass es in diesem Konflikt zwar keinen eindeutigen Gewinner, aber auch keinen Verlierer gibt. Das Regime sei stabil geblieben und seine Raketenfähigkeiten seien nicht grundlegend geschwächt worden. Im Gegensatz dazu hätten die Vereinigten Staaten Verluste erlitten und einen großen Teil ihrer Raketenvorräte aufgebraucht. Somit haben sowohl Israel als auch die USA keinen vollen Erfolg erzielt.
Die Straße von Hormuz bleibt ein Problem
Trotz des Waffenstillstands kam es weiterhin zu sporadischen Angriffen zwischen dem Iran und Israel und der strategisch wichtigen Straße von Hormuz bleibt faktisch geschlossen. Washington hat daher die NATO-Verbündeten aufgefordert, dringend Pläne zur Gewährleistung der Sicherheit der Schifffahrt vorzulegen.
Das Misstrauen des Irans gegenüber den USA hält an
Der iranische Botschafter Ali Mojtaba Rouzbahani sagte, Teheran betrachte den Waffenstillstand als einen Test für die Glaubwürdigkeit der USA. Er betonte, dass der Iran die Maßnahmen Washingtons sorgfältig prüfen und sich nicht allein auf diplomatische Versprechen verlassen werde.
Spannungen zwischen Verbündeten
Nach Angaben des Wall Street Journal war Israel mit dem Vorgehen der USA nicht zufrieden. Benjamin Netanjahu hätte in letzter Minute und ohne Abstimmung über die Vereinbarung informiert werden müssen. Außerdem weigerte sich Tel Aviv, den Konflikt mit der Hisbollah in den Waffenstillstand einzubeziehen.
Auswirkungen auf die Öl- und Weltmärkte
Der Konflikt hat auch erhebliche Auswirkungen auf den Energiesektor. Experten zufolge könnte es aufgrund der beschädigten Infrastruktur und des eingeschränkten Verkehrs in der Golfregion Monate dauern, bis die Öllieferungen wieder das frühere Niveau erreichen.
Die Verhandlungen in Pakistan werden entscheidend sein
Die weitere Entwicklung wird von den bevorstehenden Verhandlungen abhängen, die unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in Islamabad stattfinden sollen. Es wird erwartet, dass die Gespräche mehrere Tage dauern und über die Zukunft des Waffenstillstands entscheiden werden.
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