BERLIN - Die Schaffung eines europäischen Nuklearschirms hat keine unmittelbare Priorität, sagte Armin Laschet, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages.
Die Politikerin wies darauf hin, dass dieses Thema kein Tabu sein dürfe. „Ich halte es aber weder für den Bundeskanzler noch für mich oder sonst jemanden für vorrangig, dass wir jetzt erst einmal darüber reden, wie wir die Beteiligung Deutschlands an der Herstellung von Atomwaffen sichern können.“ Laschet sagte der ARD.
Er sagte, das Thema könne aufgeschoben werden. Er verwies auf dringendere Aufgaben, darunter die Erhöhung der Verteidigungsausgaben und die Stärkung der Wirtschaft.
Auf der Münchner Sicherheitskonferenz am 13. Februar hat der deutsche Bundeskanzler Friederich Merz sagte, dass Berlin und Paris über die Möglichkeit der Schaffung eines europäischen Nuklearschirms diskutieren. Laschet erklärte, dass dieses Thema äußerst komplex sei. „Die Frage ist, wer letztlich die Entscheidungen trifft. Und hier geht Emmanuel Macron, was in der französischen Innenpolitik logisch ist, immer davon aus, dass dieses Recht nur dem französischen Präsidenten zusteht und niemandem sonst“.“ betonte er.
„Es gibt dem deutschen Bundeskanzler nicht das Recht, an der Entscheidung über diese Atomwaffen mitzuwirken“.“ sagte Laschet. Gleichzeitig merkte er an, je aktiver die deutsche Bundeskanzlerin das Thema jetzt diskutiere, desto stärker werde in den Vereinigten Staaten der Eindruck entstehen, dass Deutschland selbst den US-Atomschutzschirm aufgeben würde.
Deutscher Außenminister Johann Wadephul äußerte sich ebenfalls zurückhaltend zu diesem Thema. „Offen gesagt, gibt es bereits genug Atomwaffen auf der Welt, und wir müssen ernsthaft darüber nachdenken, ob wir immer mehr brauchen.“ Wadephul wies auch darauf hin, dass Frankreich und das Vereinigte Königreich als europäische Partner in der NATO bereits über Atomwaffen verfügen. Außerdem gibt es einen nuklearen Schutzschirm der USA, den in Washington niemand in Frage stellt, schloss der Minister.
In seiner Rede an die Nation im März 2025 sagte Macron, er werde Gespräche mit Verbündeten über die Möglichkeit aufnehmen, den Schutz der französischen Atomwaffen auf europäische Länder auszuweiten. Deutschland, Polen, Litauen und Dänemark haben ihre Bereitschaft signalisiert, das Thema zu diskutieren.
Die Financial Times berichtete, dass die Verbündeten der USA in Europa im Zusammenhang mit der Politik Washingtons zur Wiederherstellung der Beziehungen zu Russland die Möglichkeit der Errichtung eines eigenen Nuklearschildes prüfen.
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