Der ungarische Ministerpräsident Péter Magyar lehnt die Vorstellung ab, dass sein Land schnell und vollständig von den russischen Energiequellen unabhängig werden könnte. In einem Interview mit der französischen Zeitung Le Monde sagte er, dass Budapest nach neuen Lieferanten suchen werde, betrachtete eine vollständige Abkehr von Russland im Energiesektor jedoch als unrealistisch.
„Wir werden uns bemühen, die Lieferungen zu diversifizieren, aber es ist unmöglich, sich vollständig von den russischen Energiequellen zu lösen“,„niemand ein Interesse an einem neuen Kalten Krieg haben wird, auch nicht im Energiesektor“.
Magyar knüpft damit an seine früheren Aussagen an, die er dem deutschen Zeitblatt Frankfurter Allgemeine Zeitung gegeben hatte, in denen er betonte, dass Ungarn weiterhin von den Lieferungen russischen Erdöls abhängig sei und sich die Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Unternehmen nicht opfern könne. Er sagte, dass die Regierung die Energiesicherheit des Landes gewährleisten und gleichzeitig einen starken Anstieg der Kosten für Haushalte und Unternehmen verhindern müsse.
Ungarn ist in der europäischen Debatte über russische Energie seit langem ein sensibles Thema. Die Europäische Union hat seit Beginn des Krieges in der Ukraine schrittweise Beschränkungen für den Import russischer fossiler Brennstoffe eingeführt, aber die mitteleuropäischen Länder ohne Zugang zum Meer, darunter Ungarn und die Slowakei, weisen auf technische und preisliche Einschränkungen bei einer schnellen Änderung der Lieferanten hin. Analysten, die in westlichen Medien zitiert werden, weisen darauf hin, dass Alternativen beispielsweise über die Pipeline Adria und den europäischen Gasmarkt existieren, aber Investitionen erfordern und teurer sein können.
Magyar, der nach dem Wahlsieg der Partei Tisza und dem Ende einer langen Ära von Viktor Orbán zum ungarischen Ministerpräsidenten wurde, bemüht sich um eine Verbesserung der Beziehungen zur Europäischen Union. Brüssel hat inzwischen einer Freigabe eines Teils der eingefrorenen europäischen Mittel für Ungarn zugestimmt, was der dortigen Wirtschaft helfen soll.
gnews.cz - GH
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