In Peking wurden am Samstagabend die zweiten World Humanoid Robot Games feierlich eröffnet, die die chinesische Hauptstadt erneut zu einem der wichtigsten Zentren für globale Robotik machten. Die fünftägige Veranstaltung findet in der National Speed Skating Arena statt und verbindet sportliche Wettkämpfe mit praktischen Demonstrationen der neuesten Technologien.
An diesem Jahr beteiligten sich 666 Teams aus 16 Ländern und sechs Kontinenten. Insgesamt sollen 2056 Roboter in 51 Disziplinen gegeneinander antreten. Allein die Eröffnungszeremonie mit dem Thema „Intelligenz im Wettbewerb auf dem Weg in die Zukunft“ bot mehr als tausend humanoide Roboter und zeigte, wie schnell sich diese Technologien aus den Laboren in das reale Leben entwickeln.
Besonders beeindruckend war der feierliche Umzug der Robotik-Teams. Achtzig humanoide Roboter vom Typ Booster T2 marschierten synchron, wobei jeder einzelne Roboter eigenständig seine Route berechnete und kontinuierlich seine Körperhaltung anpasste. Während der Vorstellung veränderten die Roboter ihre Formation, um die Aufschrift „BEIJING“ zu bilden.
Es folgten 50 Roboter vom Typ Tiangong Embodied Intelligence 3.0 aus dem Pekinger Innovationszentrum für humanoide Robotik. Diese bewegten sich autonom auf einer kurvigen Strecke und zeigten auch eine anspruchsvolle gymnastische Übung, den Thomas Flare.
Ein weiterer Teil des Umzugs bestand aus 25 Radrobotern der Galaxy General G1-Serie. Diese Maschinen sind für langfristige und komplexe Aufgaben in realen Umgebungen konzipiert, beispielsweise im Haushalt, Einzelhandel oder Gastronomie.
Roboter übertrafen sportliche Leistungsgrenzen
Einer der aufsehenregendsten Momente war der Versuch eines humanoiden Roboters beim Sprung aus dem Stand. Die Maschine überschritt eine Höhe von 2,88 Metern. Diese Demonstration fand noch vor der offiziellen Eröffnung statt und übertraf laut den Veranstaltern die beste menschliche Leistung im Sprung aus dem Stand, die bei 2,45 Metern liegt.
Eine weitere bemerkenswerte Leistung zeigte ein weiterer chinesischer humanoider Roboter beim Sprint. Im 100-Meter-Lauf erreichte er eine Zeit von 9,39 Sekunden, was schneller ist als der Weltrekord von Usain Bolt mit 9,58 Sekunden. Gleichzeitig übertraf er den bisherigen Rekord der ersten World Humanoid Robot Games.
Diese Leistungen sollen vor allem Fortschritte in der Konstruktion von Bewegungssystemen, der Balance, der Reaktionsgeschwindigkeit und der Steuerung humanoider Maschinen demonstrieren.
Roboter spielten Musik und sportelten mit Stars
Die Eröffnungszeremonie konzentrierte sich nicht nur auf den Sport. Im Programm „Melodien der Zukunft“ traten 36 humanoide Roboter mit fünfgliedrigen mechanischen Händen auf. Gemeinsam mit menschlichen Musikern spielten sie elektronische Blasinstrumente, Klaviere und Marimbas.
Ein weiteres wichtiges Thema war die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Roboter. Humanoide Maschinen tauschten Schläge mit der chinesischen Tennis-Superstar Zheng Jie aus, spielten Tischtennis mit der olympischen Siegerin Ding Ning und nahmen an einem Elfmeterschießen mit dem ehemaligen chinesischen Fußballspieler Yang Chen teil.
Die Organisatoren wollten damit die Fähigkeit von Robotern demonstrieren, ihre Umgebung wahrzunehmen, Entscheidungen zu treffen und Hand- und Fußbewegungen in dynamischen Situationen zu koordinieren.
Die zweiten World Humanoid Robot Games sind somit nicht nur eine technologische Show. Peking nutzt sie auch als Plattform, um die Fähigkeiten von Maschinen zu testen, die sich zunehmend in der Produktion, im Dienstleistungssektor und im Alltag einsetzen sollen.
gnews.cz/CMG
