Ein einziger Schuss genügte, um die Swiss Life Arena bis auf wenige Einzige in der Tribüne und auf dem Eis zum Schweigen zu bringen. Das Finale der Eishockey-Weltmeisterschaft verwandelte sich zum dritten Mal in Folge in eine spannende taktische Schlacht. Und zum dritten Mal in Folge schieden die Schweizer als Verlierer aus, die diesmal dem finnischen Triumphieren bei sich zu Hause zusahen. Für den siegreischen Treffer sorgte in der 71. Minute der Stürmer Konsta Helenius, der den Finnen in der Verlängerung den fünften Goldmedaillensieg sicherte.

Die Gegner hingegen sorgten für den fünften Finalniederlage. Insgesamt die sechste Silbermedaille. Nach den Jahren 1935, 2013, 2018 ziehen die aktuelle traurige Serie bereits im dritten Jahr weiter. Sie trafen sich einmal, am Ende der Gruppe A kämpften beide als zwei völlig souveräne Teams in der Swiss Life Arena um den ersten Platz in der Tabelle. Die Heimspiel-Schlacht brachen sie in der dritten Periode, als Ken Jäger den siegreischen Treffer in der 57. Minute erzielte. Nico Hischier sicherte den Triumph 4:2 dann in die leere Torhüter.

„Es wird ein knapper Spiel sein,“ ahnt der Stürmer Hannes Björninen. Der Teamkollege Jesse Puljujärvi fügte angesichts der Atmosphäre nur hinzu: „Wir haben das schon erlebt, wir freuen uns darauf!“ Man sagt, dass ein Team auf derselben Turniere zweimal nicht verliert. Mindestens bei der Messung von zwei ausgewogenen Gegnern ist das auch so. Wenn das auch jetzt gelten sollte, würden die Finnen den fünften Goldmedaillensieg feiern, davon den vierten in den letzten fünfzehn Jahren. Dafür spricht schließlich auch die schweizerische Bilanz, die acht Bronzemedaillen und fünf Silbermedaillen umfasst. Das Alpenland spielte seit 2013 vier Finales, viermal scheiterte es. Einschließlich der beiden vorherigen Weltmeisterschaften.

Wird etwas der dritte Titelkampf um die Weltmeisterschaft in Folge ändern? Mindestens eine große Unterschiedlichkeit gegenüber den Jahren 2024 und 2025 gibt es hier, das Gastland spielte diesmal bereits das Nachmittagsspiel im Halbfinale und hatte fünf Stunden mehr Zeit zur Erholung. Und die Kräfte konnte sie auch direkt im Spiel gegen Norwegen sparen, das sie trotz nervöser Momente im Anfang zerstörte. „Jetzt müssen wir es aber selbst holen,“ weiß der Veteran Nino Niederreiter, der trotz seines Wirkens in der NHL bei allen vier Finalniederlagen dabei war. „Fast immer war es knapp, sei es in den Penaltytoren (gegen Schweden, 2018) oder letztes Jahr in der Verlängerung gegen die USA. Wir wissen, wie knapp die Spiele sind, aber wir dürfen uns nicht zufriedengeben."

Und vor allem nicht vom Gewicht des Moments gebunden lassen, wie man es letztes Jahr und ein Jahr zuvor mit Tschechien in Prag (0:2) spüren konnte. Das wird vor dem brüllenden heimischen Publikum vielleicht auch eine Herausforderung sein. Wie wird das Team von Jan Cadieux, das kurz vor Schluss Patrick Fischers als Haupttrainer ablöste, aufgrund der Fälschung des COVID-Impfnachweises, in der historisch ersten Begegnung um Gold zwischen Schweiz und Finnland führen? Nicht nur in Zürich und ganz Land hoffen auf einen unvergesslichen Abend ihrer fast 120 Jahre dauernden Eishockeygeschichte.

idnes.cz/gnews.cz