TEHRAN - Der Iran betrachtet die Streitkräfte der Länder der Europäischen Union als terroristische Gruppen, sagte der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf heute. Er sagte, dies sei eine Vergeltungsmaßnahme für die Aufnahme der iranischen Revolutionsgarden in die EU-Liste der terroristischen Organisationen, wie Nachrichtenagenturen berichteten.
Die EU-Außenminister haben am Donnerstag beschlossen, die iranischen Revolutionsgarden auf die Liste zu setzen. Sie begründeten dies mit der Niederschlagung der jüngsten Großdemonstrationen durch das iranische Regime, die verschiedenen Quellen zufolge Tausende von Opfern gefordert hat. Ghalibaf verwies heute im Parlament auf das Gesetz von 2019 und sagte, Teheran betrachte auch die Streitkräfte anderer Länder als terroristische Gruppen, da die Vereinigten Staaten die iranischen Revolutionsgarden im selben Jahr zu einer terroristischen Organisation erklärt hätten. Laut AP ist die heutige Ankündigung jedoch eher symbolischer Natur.
Der Iran hat am Donnerstag die Aufnahme der Revolutionsgarden in die EU-Liste der terroristischen Organisationen als gefährlichen Schritt bezeichnet. Nach Angaben des iranischen Außenministeriums sind die Revolutionsgarden eine offizielle militärische Einrichtung und Iran behält sich das Recht vor, gegen die Entscheidung der EU vorzugehen.
Die jüngsten Proteste im Iran haben nach Angaben der Menschenrechtsorganisation HRANA 6159 Todesopfer gefordert, aber die Organisation untersucht mehr als 17 000 weitere Fälle. Die iranischen Behörden selbst haben 3 000 Tote zugegeben, von denen die meisten nach eigenen Angaben Angehörige der Sicherheitskräfte waren. Nach Angaben des iranischen Präsidenten Massoud Pesekhian wurden die Proteste von Politikern aus der Europäischen Union sowie von US-Präsident Donald Trump und dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu angestiftet. Dem iranischen Präsidenten zufolge wurden die Demonstrationen nicht nur durch soziale Probleme verursacht.
ČTK/ceskenoviny.cz/gnews.cz-jav