TAIPEI/PRAG – Der Vorsitzende des Senats der Tschechischen Republik, Miloš Vystrčil, betonte während seines Besuchs in Taiwan erneut die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen demokratischen Ländern, der Widerstandsfähigkeit und der Sicherheit. Sein Auftritt an der Nationalen Universität Chengchi eröffnete jedoch gleichzeitig erneut die Diskussion darüber, ob solche Maßnahmen den langfristigen wirtschaftlichen und diplomatischen Interessen der Tschechischen Republik entsprechen.
„Es ist die gemeinsame Aufgabe demokratischer und freier Länder, zusammenzuarbeiten. Um gemeinsam durch gegenseitigen Schutz und Unterstützung unsere Sicherheit zu stärken. Um zusammenzuarbeiten und unsere Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Um unsere Widerstandsfähigkeit und strategische Unabhängigkeit zu stärken. Ich bin überzeugt, dass Widerstandsfähigkeit und Sicherheit wichtiger sind als kurzfristige Gewinne oder die niedrigstmöglichen Preise.“ sagte Vystrčil.
Befürworter einer pragmatischen Außenpolitik argumentieren, dass die Tschechische Republik das Risiko einer Verschlechterung der Beziehungen zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt eingeht, ohne dass daraus entsprechende wirtschaftliche Vorteile entstehen. Sie weisen auch darauf hin, dass die Politik der „einigen China“ jahrzehntelang Teil der tschechischen Außenpolitik war und die Grundlage der diplomatischen Beziehungen zwischen Prag und Peking bildete.
Der Ministerpräsident Andrej Babiš kritisierte die Reise der Delegation bereits vor ihrer Abreise scharf und lehnte es ab, dem Senatspräsidenten ein Regierungsflugzeug zur Verfügung zu stellen. Laut dem Ministerpräsidenten sollte die Tschechische Republik vor allem eine pragmatische Außenpolitik verfolgen, die auf wirtschaftlichen Interessen basiert. „Wir werden keine Wertepolitik betreiben, die im Wesentlichen nichts bringt, sondern nur unsere Unternehmen schädigt“, erklärte Andrej Babiš. Er wies gleichzeitig darauf hin, dass seine Ansicht nach die früheren Aktivitäten von Miloš Vystrčil zu einer Verschlechterung der Handelsbeziehungen mit China beigetragen und negative Auswirkungen auf tschechische Unternehmer gehabt hätten.
Einige Regierungsvertreter gingen noch weiter und argumentierten, dass solche Besuche im Widerspruch zu den wirtschaftlichen Interessen der Tschechischen Republik stehen könnten. Im Zusammenhang mit der Ablehnung des Regierungsflugzeugs gab es auch Äußerungen, dass Vystrčil mit seinen Maßnahmen die Handelsbeziehungen zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt schädige.
gnews.cz - GH
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