Die belgische Hauptstadt ist von einer neuen Welle der Gewalt betroffen, die mit dem Drogenhandel in Verbindung steht. In nur wenigen Tagen gab es in Brüssel eine Reihe von Schussvorfällen, wobei die Situation im Stadtteil Saint-Gilles besonders angespannt ist. Bei dem jüngsten Vorfall flogen Schüsse in unmittelbarer Nähe eines Restaurants, und laut lokalen Behörden befanden sich auch Kinder unter den Menschen, die vor den Schüssen Schutz suchten.

Dutzende Schüsse vor einer Pizzeria in Brüssel

Der dramatischste Vorfall ereignete sich am Montag, dem 24. August, gegen 21:00 Uhr auf dem sogenannten Place des Deux Bancs in Saint-Gilles, nicht weit vom Brüsseler Bahnhof Gare du Midi entfernt. Laut The Brussels Times verwendete der Angreifer eine automatische Waffe und floh anschließend. Spätere Informationen sprechen von etwa 40 Schüssen. Niemand wurde verletzt, aber Kunden einer nahegelegenen Pizzeria mussten sich in Sicherheit bringen und auf den Boden legen.

Der Bürgermeister von Saint-Gilles, Jean Spinette, sagte, dass sich auch Kinder unter den Menschen im Restaurant befanden. Lokale Medien beschreiben die Gegend als einen bekannten Ort für den Straßenhandel mit Drogen. Der Wettbewerb zwischen kriminellen Netzwerken um den Drogenmarkt ist laut bisherigen Erkenntnissen der wahrscheinlichste Hintergrund für diese neue Welle der Gewalt.

Schüsse an mehreren Tagen hintereinander

Bereits am Samstag wurde ein Mann an diesem Ort in das Bein geschossen. Sein Leben war nicht in Gefahr. Es folgten weitere Schüsse im Bereich Chaussée de Forest. Eine Kugel durchschlug ein Fenster einer Wohnung in der Rue Fontainas, wo sich zu diesem Zeitpunkt eine Frau im Bett befand. Sie blieb unverletzt.

Die Serie von Vorfällen betraf auch Anderlecht, wo ein Polizeirevier Ziel des Beschusses wurde.

Laut The Brussels Times wurden in Brüssel innerhalb weniger Tage mindestens sechs Schussvorfälle registriert. Die Polizei nahm daraufhin zwei Verdächtige fest und beschlagnahmte bei der Fahndung zwei Waffen militärischen Typs, zwei Pistolen, ein Magazin und zwei Elektro-Roller. Die Ermittler prüfen derzeit, ob die Festnahmen mit einigen der jüngsten Angriffe in Zusammenhang stehen.

Brüssel sucht nach Antworten auf die Drogen-Gewalt

Die Bürgermeister von Saint-Gilles, Anderlecht und Forest fordern einen umfassenderen föderalen Plan gegen Drogenbanden. Der belgische Innenminister Bernard Quintin bezeichnete die Schüsse als "völlig inakzeptabel" und betonte, dass der Kampf gegen den organisierten Drogenhandel fortgesetzt werden muss.

Das Problem ist jedoch nicht neu. Die belgische Föderalpolizei nahm bereits im Mai bei einer groß angelegten Operation gegen ein Brüsseler Drogennetz 27 Personen fest und beschlagnahmte Drogen, Schusswaffen und hohe Bargeldsummen. Die aktuelle Serie von Schüssen zeigt jedoch, dass der Kampf um den lukrativen Drogenmarkt für die belgische Hauptstadt eine ernsthafte Sicherheitsherausforderung darstellt.

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