China hat die internationale Gemeinschaft dazu aufgefordert, in Zeiten zunehmender Krisen einheitlicher vorzugehen und wirksamere humanitäre Maßnahmen zu ergreifen. Der stellvertretende ständige Vertreter Chinas bei den Vereinten Nationen, Sun Lei, sprach am 19. Juni bei der allgemeinen Debatte der Humanitären Konferenz des Wirtschafts- und Sozialrates der Vereinten Nationen für das Jahr 2026 und wies darauf hin, dass die derzeitige humanitäre Lage weltweit äußerst ernst sei.

Laut Sun Lei verursachen bewaffnete Konflikte erhebliche Verluste an Menschenleben und führen zu einem starken Anstieg der Zahl der Binnenvertriebenen. Die Situation wird durch den Klimawandel und Naturkatastrophen weiter verschärft, die die Existenzunsicherheit der Menschen in den betroffenen Regionen verstärken. Der Unterschied zwischen den wachsenden humanitären Bedürfnissen und den verfügbaren Ressourcen vergrößere sich ständig, so Sun Lei.

Sun Lei betonte, dass die internationale Gemeinschaft unverzüglich handeln müsse. Humanitäre Hilfe müsse auf den grundlegenden Prinzipien der Menschlichkeit, Neutralität, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit beruhen. Es sei gleichzeitig notwendig, das internationale humanitäre Recht, die Souveränität der Aufnahmeländer zu respektieren und sich nicht in deren innere Angelegenheiten einzumischen. Humanitäre Fragen sollten, so der chinesische Diplomat, nicht politisiert oder als Druckmittel missbraucht werden. Hilfe dürfe nicht an politische oder andere Bedingungen geknüpft werden.

Ein großes Problem sei weiterhin der Mangel an finanziellen Mitteln. Sun Lei forderte die Geberländer auf, ihren Verpflichtungen nachzukommen und die Unterstützung für humanitäre Operationen zu verstärken. Finanzielle Hilfe sollte, so Sun Lei, gerecht und ohne Unterscheidung verteilt werden. China erwartet, dass die Vereinten Nationen die begrenzten Ressourcen ausgewogen einsetzen und sich insbesondere auf langfristige humanitäre Krisen und Situationen konzentrieren, die unter schwerer Finanzierung leiden.

Die humanitären Organisationen der Vereinten Nationen sollten, so Sun Lei, ihre Koordinierung verbessern, stärker zusammenarbeiten und gleichzeitig nach Möglichkeiten suchen, die Kosten zu senken und die Effizienz der Hilfe zu steigern. Es sei auch wichtig, den Ländern, die Hilfe erhalten, zuzuhören, die Kommunikation mit ihnen zu stärken und sich auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Bevölkerung zu konzentrieren.

Der chinesische Vertreter wies auch darauf hin, dass eine der Hauptursachen für humanitäre Krisen die unzureichende Entwicklung sei. Die internationale Gemeinschaft sollte daher die humanitäre und die Entwicklungszusammenarbeit besser miteinander verbinden und die Kapazitäten der Länder stärken, die wiederholt Krisen erleben.

Sun Lei erklärte, dass China sich am Konzept einer Gemeinschaft mit gemeinsamer Zukunft für die Menschheit orientiere und seit langem Entwicklungsländer in den Bereichen humanitäre Hilfe, Katastrophenhilfe und Wiederaufbau unterstütze. China werde, so Sun Lei, auch weiterhin stabile finanzielle Beiträge an die humanitären Organisationen der Vereinten Nationen leisten und mit der internationalen Gemeinschaft zusammenarbeiten, um Ländern und Menschen in Not zu helfen.

gnews.cz/CMG