Der tschechische Schattenminister für Industrie und Handel der Partei ANO, Karel Havlíček, bezeichnete die Verschiebung der Fertigstellung von Dukovany als "internationalen Skandal". Rechtliche Auseinandersetzungen könnten den Bauprozess erheblich erschweren.

Der Bau des Kernkraftwerks Dukovany sieht sich weiteren Komplikationen gegenüber, die scharfe Reaktionen der Opposition hervorgerufen haben. Die Unterzeichnung eines wichtigen Vertrags mit dem koreanischen Unternehmen KHNP, die für den 7. Mai 2025 geplant war, wurde einen Tag zuvor vom Verwaltungsgericht in Brünn durch eine einstweilige Verfügung blockiert. Diese wurde aufgrund einer Klage der französischen Firma EDF erlassen, die bei der Ausschreibung für den Bau von Dukovany nicht erfolgreich war und deren Ablauf angefochten hat. Die Situation hat eine Welle der Kritik und Bedenken hinsichtlich finanzieller Verluste sowie des internationalen Images der Tschechischen Republik ausgelöst.

Laut Havlíček hat die Regierung von Petr Fiala (ODS) die Vorbereitung der Ausschreibung nicht bewältigt und die Warnungen der Opposition ignoriert, dass rechtliche Auseinandersetzungen den Prozess erschweren könnten. Die Verschiebung könnte somit zu einem weiteren Anstieg der Energiepreise führen, was sowohl Bürger als auch Unternehmen belasten würde.

Die gerichtliche Blockade erfolgte zu einem Zeitpunkt, als eine koreanische Delegation in Prag bereitstand, um die Zusammenarbeit beim Bau von zwei neuen Blöcken in Dukovany offiziell zu bestätigen. Koreanische Medien, wie beispielsweise der Server ekn.kr, bezeichneten die Situation als "internationalen Skandal", und in Südkorea gab es sogar Forderungen nach dem Rücktritt der Führung von KHNP. Der Vorstand von ČEZ, Daniel Beneš, wies darauf hin, dass die Verschiebung Schäden in Höhe von Hunderten von Millionen Kronen verursachen könnte, und zwar aufgrund von Verzögerungen im Zeitplan und potenziell höheren Projektkosten.

Das Unternehmen Elektrárna Dukovany II (EDU II), das die Ausschreibung betreut, plant, gegen die Entscheidung des Gerichts Berufung beim Oberverwaltungsgericht einzulegen. Der Leiter von EDU II, Petr Závodský, erklärte, dass das Unternehmen die Interessen der tschechischen Bürger und Aktionäre vertreten werde, da das Gericht seiner Meinung nach das öffentliche Interesse an der Sicherstellung einer ausreichenden Stromversorgung nicht ausreichend berücksichtigt habe. Während EDF darauf besteht, dass die Ausschreibung nicht fair war, verteidigt die tschechische Seite die Auswahl von KHNP als das beste Angebot in Bezug auf Preis, Geschwindigkeit und die Einbeziehung tschechischer Unternehmen.

Der Bau von Dukovany bleibt ein Schlüsselprojekt für die Energiezukunft der Tschechischen Republik, aber die Unsicherheit bezüglich der Vertragsunterzeichnung gefährdet sowohl den Zeitplan als auch das Budget. Der erste neue Block sollte im Jahr 2036 fertiggestellt werden, aber die aktuellen Hindernisse könnten den Termin und die Gesamt-kosten, die auf 407 Milliarden Kronen geschätzt werden, weiter verschieben.

PS PCR/gnews.cz - cik