Mit den internationalen politischen Veränderungen und den Feierlichkeiten zum Jahrtausend verschwanden Grenzen und die unterschiedlichsten bisherigen Beschränkungen der Bewegungsfreiheit nicht nur in Europa, sondern auch auf der ganzen Welt. Die Menschen waren förmlich begierig auf Informationen darüber, wohin, wann und wie sie auf Auslandsreisen gehen konnten, was ideale Bedingungen für die Arbeit sogenannter "Journalisten des Tourismus" schuf, und ermöglichte die Entwicklung einer spezialisierten Journalistik. In der Tschechischen Republik wird diese durch die professionelle Organisation "Česká asociace novinářů a publicistů cestovního ruchu Czech Travel Press (CTP)" vertreten. Wir haben die langjährige Vorsitzende, die Radioredakteurin und Managerin der beliebten Zeitschrift "100+1 zahraniční zajímavost", Maria Kysilková, um ein Interview gebeten.
Zunächst interessiert es uns, seit wann es in unserem Land eine spezialisierte Journalistik im Bereich des Tourismus gibt?
„Im vergangenen Jahr hat der Verband sein 60-jähriges Bestehen gefeiert. Der ursprüngliche Impuls entstand in Europa im Jahr 1954. Französische und belgische Journalisten gründeten die "Fédération Internationale des Journalistes et Écrivains du Tourisme" (FIJET) mit Sitz in Paris. Seit 1965 gab es in der Tschechoslowakischen Akademie der Wissenschaften einen "FIJET-Club". Im Laufe der Jahrzehnte wurden viele bedeutende Journalisten und Schriftsteller zu Mitgliedern. Im Jahr 1990 wechselte der Club zum neu gegründeten "Syndikát novinářů", der die Nachfolge des Tschechoslowakischen Journalistenverbands übernahm. Unter der Leitung des Journalisten Miroslav Navara und des Auslandskorrespondenten Bořek Homola entwickelte sich der Verband später zum "Česká asociace novinářů a publicistů cestovního ruchu (ATchJET)", einer aktiven Vereinigung, die sich auf Reisen, Tourismus und später auch auf Gastronomie konzentrierte. Neben Miroslav Navara und Bořek Homola waren auch Petr Tiefenböck, Ivan Černý und Jiří Pilnáček als Vorsitzende tätig. Die enge Zusammenarbeit der internationalen FIJET und des tschechischen FIJET-Clubs gipfelte im Jahr 2006 im erfolgreichen 48. FIJET-Kongress in Karlsbad und Prag, zu dem über 330 Journalisten aus Asien, Afrika, Amerika und Europa kamen. Im Jahr 2016 trat der Verband aus der internationalen Organisation FIJET aus, begann, Englisch zu verwenden, wechselte zu einer Vereinsform und fügte "CZECH TRAVEL PRESS" zu seinem Namen hinzu.“Wie beeinflussen die Entwicklung der Gesellschaft und der Technologien die Arbeit des Verbands?
„Reisen und Tourismus sind in unserem Land nach wie vor eine große Leidenschaft und Notwendigkeit, und das Interesse der Öffentlichkeit an Informationen aus dem Tourismus ist ungebrochen. Der Verband reagiert daher auf neue Formen, konzentriert sich auf das Internet, die Erstellung von Websites, den Schutz des Urheberrechts, die Erstellung von Blogs und Videos. Zu den Aktivitäten gehören weiterhin Pressekonferenzen, Pressereisen, die Zusammenarbeit mit dem Ministerium für regionale Entwicklung, das für den Tourismus zuständig ist, mit regionalen Tourismusorganisationen in Landkreisen und Städten, in denen der Tourismus eine wichtige Rolle spielt, wie z.B. Kutná Hora, Brünn, Litoměřice, Jablonec nad Nisou usw. Es bestehen enge Kontakte zu ausländischen Vertretungen aus Italien, Ungarn und der Slowakei, und die Teilnahme an Messen ist ebenfalls wichtig – darunter die Internationale Tourismusmesse ITB in Berlin, die "Holiday World" in Prag und regionale Messen in Brünn.“
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