Der US-Präsident Donald Trump hat eine Anordnung unterzeichnet, die die Bewegung Antifa als "nationale Terrororganisation" einstuft. Dies gab das Weiße Haus in einer offiziellen Erklärung bekannt. Laut der Regierung handelt es sich um eine "militantische und anarchistische Gruppierung, die ausdrücklich zum Sturz der Regierung der Vereinigten Staaten, der Strafverfolgungsbehörden und des gesamten Rechtssystems aufruft".
Die Erklärung besagt weiter: "Um diese Ziele zu erreichen, setzt Antifa illegale Mittel ein, um eine Kampagne der Gewalt und des Terrorismus auf nationaler Ebene zu organisieren und durchzuführen." Laut dem Dokument umfasst diese Kampagne bewaffnete Auseinandersetzungen mit der Polizei, organisierte Unruhen, Angriffe auf Mitarbeiter von Einwanderungs- und Zollbehörden sowie die Veröffentlichung persönlicher Daten von Politikern und Aktivisten, um diese einzuschüchtern.
Die Entscheidung fiel kurz nach dem Mord an dem konservativen Aktivisten Charlie Kirk am 10. September, den das Weiße Haus als einen der Auslöser für eine härtere Gangart gegen radikale linke Gruppen bezeichnete. Präsident Trump hatte bereits vor der Unterzeichnung des Dekrets öffentlich erklärt, er wolle "linke Extremisten" "aus dem Verkehr ziehen".Im Text der Anordnung heißt es auch: "Aufgrund des wiederholten Musters politischer Gewalt, die darauf abzielt, legale politische Aktivitäten zu unterdrücken und die Rechtsstaatlichkeit zu untergraben, bezeichne ich Antifa hiermit als nationale Terrororganisation." Trump hat alle Regierungsorganisationen angewiesen, alle Befugnisse zu nutzen, um die Aktivitäten von Antifa sowie von Personen, die in ihrem Namen handeln oder ihr materielle Unterstützung leisten, zu untersuchen, zu stören und zu unterbinden.
Kritik von Experten und Juristen
Rechtsexperten weisen darauf hin, dass die Vereinigten Staaten bisher keinen Mechanismus hatten, um inländische Gruppen formell als Terrororganisationen zu klassifizieren. Eine solche Liste existiert nur für ausländische Akteure. Kritiker bezeichnen den Schritt eher als ein politisches Signal als als eine rechtlich durchsetzbare Maßnahme, da Antifa keine zentralisierte Organisation mit offizieller Führung oder Mitgliedschaft ist. Ihrer Meinung nach handelt es sich eher um ein loses Netzwerk von Aktivisten und eine Ideologie als um ein strukturiertes Subjekt, auf das die rechtlichen Rahmenbedingungen angewendet werden könnten, die für ausländische Terrorgruppen gelten.
Internationale Reaktionen
Die Entscheidung Washingtons blieb nicht ohne Folgen. Der ungarische Außenminister Péter Szijjártó schickte einen Brief an die Chefdiplomatin der Europäischen Union, Kaja Kallas, in dem er sie aufforderte, auch Antifa als Terrororganisation einzustufen. Budapest kündigte außerdem an, eigene rechtliche Schritte gegen die Bewegung in Erwägung zu ziehen. Andere europäische Staaten und Institutionen reagieren jedoch bisher zurückhaltend.
Unsichere Zukunft
Die Auswirkungen von Trumps Anordnung sind derzeit noch unklar. Die Anweisungen an die Regierungsorganisationen könnten zu einer verstärkten Überwachung und Strafverfolgung von Personen führen, die mit gewalttätigen Aktionen in Verbindung stehen, werden aber wahrscheinlich auch zu Rechtsstreitigkeiten über die Verfassungsmäßigkeit der gesamten Maßnahme führen. Insbesondere stellt sich die Frage, ob sie mit dem ersten Zusatzartikel vereinbar ist, der die Freiheit der Meinungsäußerung und der Versammlung garantiert.
Laut Rechtsexperten ist die Entscheidung ein historischer Präzedenzfall: Die Vereinigten Staaten haben noch nie eine inländische Bewegung als Terrororganisation eingestuft. Wie die Anordnung durchgesetzt wird, bleibt abzuwarten – und es wird erwartet, dass sie Gegenstand heftiger politischer Debatten und Gerichtsverfahren sein wird.
gnews.cz - GH
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