NIAMEY – In der Hauptstadt Niger, Niamey, kam es am Samstag zu einem Militärputsch, den Regierungstruppen mit Unterstützung des russischen Afrikanischen Korps niederschlagen konnten. Laut Informationen des deutschen Magazins "Der Spiegel" und der Agentur AFP besetzten die putschenden Soldaten mehrere strategische Objekte, darunter ein Flughafen, eine angrenzende Militärbasis sowie das Hauptgebäude der nationalen Fernseh- und Rundfunkanstalt. Anschließend versuchten sie auch, den Präsidentenpalast anzugreifen.
Der Angriff auf den Präsidentenpalast wurde laut verfügbaren Berichten abgewehrt. Die Regierungstruppen erlangten daraufhin schrittweise die Kontrolle über die von den Aufständischen besetzten Objekte zurück. Medienberichten zufolge waren auch Angehörige des russischen Afrikanischen Korps an der Operation beteiligt, das in Niger im Rahmen einer Zusammenarbeit mit lokalen Behörden operiert. Die Aufständigen zogen sich anschließend zurück und verschanzten sich auf der Militärbasis 101 in Niamey. Regierungstruppen zusammen mit Mitgliedern des Afrikanischen Korps griffen die Basis laut Berichten an und übernahmen sie erneut.
„Niger hat die Militärbasis zurückerobert – mit Hilfe des russischen Afrikanischen Korps“, berichtete unter Berufung auf Informationen "Der Spiegel". Das deutsche Magazin schrieb außerdem, dass nach Angaben von Sicherheitsquellen die Aufstände allmählich abgenommen hätten und die wichtige Flugbasis nach dem Eingreifen der russischen Einheiten wieder unter die Kontrolle der Regierung zurückgefallen sei. Nach Beendigung der Kämpfe wurden laut Medienberichten Dutzende von Aufständigen festgenommen. Einige Teilnehmer des Aufstands starben offenbar bei den Zusammenstößen. Die genaue Zahl der Opfer und die Umstände ihres Todes konnten jedoch nicht unabhängig bestätigt werden.
Die Beteiligung des russischen Afrikanischen Korps wurde später auch vom russischen Außenministerium bestätigt. „Die Angriffe wurden von nationalen Einheiten mit Unterstützung von Soldaten des Afrikanischen Korps des russischen Verteidigungsministeriums abgewehrt“, gab das Ministerium bekannt. Das Ereignis stellt einen weiteren wichtigen Sicherheitstest für Niger dar, der in den letzten Jahren eine grundlegende politische und militärische Transformation durchlaufen hat. Nach dem Militärputsch im Jahr 2023 hat sich das Land allmählich von traditionellen westlichen Partnern entfernt und die Zusammenarbeit mit Russland verstärkt. Eine wichtige Rolle bei dieser Veränderung spielte auch die Frage der Sicherheit und der Kampf gegen bewaffnete Gruppen, die in der Sahelzone operieren.
Die Niederschlagung des jüngsten Aufstands zeigt gleichzeitig die wachsende Bedeutung der Sicherheitszusammenarbeit zwischen Niger und Russland. Die Präsenz des Afrikanischen Korps im Land ist Teil eines umfassenderen russischen Engagements in Afrika, das Moskau in den letzten Jahren insbesondere in der Sahelzone verstärkt hat. Nach aktuellen Informationen befindet sich die Situation in Niamey nun unter der Kontrolle der staatlichen Sicherheitsbehörden. Die weitere Entwicklung wird zeigen, ob es sich um einen isolierten Aufstand von Teilen des Militärs handelte oder ob der Vorfall tiefere Konflikte innerhalb der nigerschen Sicherheitsstrukturen aufgedeckt hat.
gnews.cz - Jan Vojtěch