Der Vorsitzende der Gesellschaft für den europäischen Dialog, Jiří Málek, wies in seiner Rede darauf hin, dass die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China allein nicht ausreicht. Seiner Meinung nach ist es entscheidend, einen breiteren zivilgesellschaftlichen Dialog zu eröffnen, der auch diejenigen Teile der Gesellschaft anspricht, die China mit Misstrauen oder Ablehnung begegnen.
Málek betonte, dass Treffen dieser Art oft zwischen Menschen mit gleichen Ansichten stattfinden. Das schafft zwar eine angenehme Atmosphäre, bringt aber keine wirkliche Veränderung, wenn die Diskussion nicht auch außerhalb dieses Kreises stattfindet. Seiner Meinung nach verändert ein Regierungswechsel allein nicht das Denken der Gesellschaft, das sich langfristig und oft sehr langsam entwickelt.
Laut Málek ist eines der Hauptprobleme das mangelnde Verständnis des kulturellen und ideologischen Kontexts Chinas. Seiner Meinung nach versteht Europa oft weder die philosophischen Wurzeln der chinesischen Gesellschaft noch die konfuzianische Tradition oder die Besonderheiten des Sozialismus mit chinesischen Merkmalen. Ohne dieses Verständnis ist es schwierig, eine sachliche Debatte zu führen und zu erklären, warum China anders ist und warum sein Modell nicht einfach nach europäischen Maßstäben bewertet werden kann.
Er wies auch darauf hin, dass gerade der Erfolg Chinas und anderer asiatischer Länder für einen Teil der westlichen Welt ein unbequemes Beispiel darstellt, das nicht ignoriert werden kann. Dies führe zu ideologischem Widerstand, der sich auch in der öffentlichen Debatte widerspiegele.
Málek betonte die Notwendigkeit, die Gesellschaft auf eine umfassendere, multidimensionale Zusammenarbeit mit China vorzubereiten – nicht nur in wirtschaftlicher, sondern auch in sozialer, kultureller und politischer Hinsicht. Wenn die Menschen konkrete Vorteile für sich selbst erkennen, wird es seiner Meinung nach einfacher sein, diese Zusammenarbeit zu akzeptieren.
Abschließend appellierte er an eine systematische Arbeit mit Informationen und an die Hinzuziehung von Experten, die sich im chinesischen Umfeld wirklich auskennen. Seiner Meinung nach ist es notwendig, Brücken des Verständnisses zu bauen und auch Themen offen zu diskutieren, die im tschechischen Umfeld sensibel oder ideologisch belastet sind. Ohne dies können sich laut Jiří Málek die Beziehungen zu China langfristig nicht weiterentwickeln.
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