ANCHORAGE - CNN hat bestätigt, dass das Gipfeltreffen zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump auf dem Militärstützpunkt Joint Base Elmendorf-Richardson in Anchorage, Alaska, stattfinden wird. Das Weiße Haus hatte ursprünglich geplant, das Treffen an einem zivilen Ort abzuhalten, aber in der Region waren während der Hauptreisezeit keine geeigneten Orte verfügbar. Nachdem man Anchorage, Juneau und Fairbanks in Betracht gezogen hatte, wurde klar, dass nur Elmendorf-Richardson alle Sicherheits- und logistischen Anforderungen erfüllen konnte.
Nach Angaben von Beamten des Weißen Hauses war die Entscheidung nicht leicht zu treffen. Die zivilen Säle und Konferenzzentren waren ausgebucht, und die Sicherheitsvorkehrungen für ein Treffen zwischen zwei Staatschefs wären nur schwer zu realisieren gewesen. Der Stützpunkt Elmendorf-Richardson bietet nicht nur umfangreiche Hangars und Landeflächen, sondern auch eigene Unterbringungsmöglichkeiten, kontrollierte Zugänge und hochsichere Kommunikationssysteme. Diese Faktoren überwogen den ursprünglichen Wunsch, ein militärisches Umfeld zu vermeiden.
Die Wahl Alaskas hat auch eine wichtige symbolische Bedeutung. Die Vereinigten Staaten erwarben es 1867 von Russland, und das Gebiet ist geografisch und historisch gesehen eine Brücke zwischen den beiden Ländern. Die Küste Alaskas liegt nur wenige Dutzend Kilometer vom russischen Territorium auf der anderen Seite der Beringstraße entfernt. Der Stützpunkt war vom Zweiten Weltkrieg bis zu den aktuellen US-Militäroperationen von strategischer Bedeutung. Für Putin ist der Besuch relativ ungefährlich, da die USA nicht Mitglied des Internationalen Strafgerichtshofs sind, und für Trump ist es eine Gelegenheit, sich in der rauen Umgebung Alaskas eindrucksvoll in Szene zu setzen.
Offizieller Termin des Gipfels ist der 15. August 2025. Die beiden Staats- und Regierungschefs werden vor allem über die Möglichkeiten einer langfristigen friedlichen Lösung der Ukraine-Krise sprechen. Trump hat zuvor erklärt, er wolle bereits in den ersten Minuten des Gesprächs herausfinden, ob Putin zu einer echten Einigung bereit ist. Es wird das erste persönliche Treffen zwischen den beiden Politikern seit 2019 und das erste Gipfeltreffen zwischen einem amerikanischen und einem russischen Präsidenten auf amerikanischem Boden seit Ende der 1980er Jahre sein.
Einige US-Politiker und ausländische Kommentatoren haben jedoch die Wahl des Ortes kritisiert. Sie argumentieren, dass Alaska - ein ehemaliges russisches Territorium - einen symbolischen Erfolg für Putin darstellen könnte. Der ehemalige nationale Sicherheitsberater John Bolton verglich die Entscheidung, den Gipfel hier abzuhalten, sogar mit einer "Einladung der Taliban nach Camp David". Andere warnen, dass ein Treffen ohne die Ukraine oder europäische Verbündete die russischen Gebietsansprüche stärken und die Position Kiews schwächen könnte.
Der Stützpunkt Elmendorf-Richardson ist von Bergen, Wäldern und Buchten umgeben - Kulissen, die Trump nach Ansicht einiger Beobachter nutzen wird, um eine medienwirksame Atmosphäre zu schaffen. Das Weiße Haus warnt jedoch vor überzogenen Erwartungen und bezeichnet den Gipfel eher als "Zuhörübung" denn als ein Treffen, das einen unmittelbaren Durchbruch bringen soll. Trump hat in den letzten Wochen vorbereitende Schritte unternommen, darunter inoffizielle Kontakte mit Moskau und europäischen Partnern, und die Möglichkeit eines anschließenden trilateralen Treffens mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Zelenski angedeutet. Moskau und das Weiße Haus haben jedoch bisher eine Teilnahme Zelenskys in dieser Phase abgelehnt.
Das Gipfeltreffen auf dem Militärstützpunkt Anchorage könnte ein bedeutender politischer Moment sein - entweder ein historischer Schritt zur Beendigung des Krieges in der Ukraine oder ein sorgfältig inszeniertes Spektakel ohne große Auswirkungen. Alaska, ein Ort, der reich an Geschichte und strategischer Bedeutung ist, wird für einen Tag in den Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit rücken.
CNN/gnews.cz - GH