Am Mittwoch, den 4. Februar 2026, traf der tschechische Präsident Petr Pavel mit Premierminister Andrej Babiš zusammen. Bei dem Treffen ging es hauptsächlich um aktuelle politische Streitigkeiten, die Koordinierung der Außenpolitik und Sicherheitsfragen. Beide Verfassungsorgane waren sich einig, dass Kompromisslösungen in politischen Fragen gesucht und Spannungen zwischen den verschiedenen Institutionen des Staates abgebaut werden müssen.
Während des Treffens brachte der Präsident seine Überzeugung zum Ausdruck, dass der Premierminister mögliche Differenzen zwischen den Koalitionspartnern und einzelnen Ministern dämpfen wird, um Situationen zu vermeiden, die die tschechischen Interessen bedrohen oder die Position der Tschechischen Republik im Ausland schwächen.
Sowohl Pavel als auch Babiš betonten, dass das Außenministerium weiterhin mit dem Präsidenten und dem Büro des Präsidenten der Republik zusammenarbeiten müsse. Ihrer Meinung nach würde ein möglicher Abbruch der Kommunikation das Funktionieren der tschechischen Außenpolitik und die Ausübung wichtiger staatlicher Funktionen grundlegend einschränken.
Die angespannten Beziehungen wurden insbesondere durch Textnachrichten von Außenminister Petr Macinka ausgelöst, die letzte Woche von einem Berater des Präsidenten veröffentlicht wurden. Der Staatschef bezeichnete sie als Erpressungsversuch. Macinka weist die Anschuldigungen jedoch zurück und hat weder die Absicht, sich zu entschuldigen noch zurückzutreten. Der Streit steht hauptsächlich im Zusammenhang mit der Entscheidung des Präsidenten, Filip Turek nicht zum Umweltminister zu ernennen.
Pavel bekräftigte während des Treffens, dass seine Entscheidung endgültig sei und voll und ganz im Einklang mit der Verfassung stehe. Er betonte, dass er sich auf verfassungsrechtliche Argumente stütze und dass nur das Verfassungsgericht das Gegenteil feststellen könne. Der Präsident erklärte auch, dass er bereit sei, einen neuen Minister zu ernennen, falls der Premierminister einen anderen Vorschlag unterbreiten sollte. Babiš bestätigte, dass er die Frage der Ernennung von Turk als abgeschlossen betrachte.
Die regelmäßigen Treffen der höchsten Verfassungsbeamten werden nicht mehr fortgesetzt.
Eines der Ergebnisse des Treffens ist eine Änderung des Formats der außenpolitischen Koordinierung. Die bisherigen regelmäßigen Treffen der höchsten Verfassungsbeamten, an denen die Präsidenten der Parlamentskammern und der Außenminister teilnahmen, werden nicht mehr fortgesetzt. Der Premierminister kündigte an, dass er die Außenpolitik weiterhin individuell mit dem Präsidenten besprechen werde, während das Staatsoberhaupt bilateral mit anderen Beamten verhandeln werde. Paul schlug vor, dass die Treffen mit dem Premierminister regelmäßig in Abständen von vier bis sechs Wochen oder bei Bedarf stattfinden sollten.
Der Präsident und der Premierminister sprachen auch die Frage der Ernennung von Botschaftern an. Die Regierung hat kürzlich den Kabinettsbeschluss über die Auswahl der Botschafter widerrufen und will die Ernennungen neu verhandeln.
Pavel betonte, dass die Befugnis des Präsidenten zur Ernennung und Abberufung von Botschaftsleitern außer Frage stehe und dass die Ernennungen gemeinsam mit dem Premierminister erfolgen würden. Ebenso wollen sie die Teilnahme an internationalen Gipfeltreffen koordinieren.
Im Anschluss an das Treffen zwischen dem Präsidenten und dem Premierminister fand in der Straka-Akademie eine Sitzung des Staatssicherheitsrates statt, an der auch Präsident Pavel teilnahm. Der Rat befasste sich mit aktuellen Sicherheitsfragen und insbesondere mit der Erfüllung der NATO-Verpflichtungen der Tschechischen Republik. Im Mittelpunkt der Diskussion standen die Verteidigungsausgaben, die Entwicklung der Fähigkeiten der tschechischen Armee und die Notwendigkeit, ein neues Armeekonzept zu erarbeiten.
Der Premierminister sagte, dass die Tschechische Republik ihre Verpflichtungen erfüllen müsse, zum Beispiel im Bereich des Aufbaus einer Bodenbrigade, der Drohnenabwehr oder der Luftverteidigung. Er sagte, der Verteidigungsminister solle bis Ende Mai einen Vorschlag ausarbeiten, damit dieser vor dem NATO-Gipfel im Juli diskutiert werden könne.
Der Staatssicherheitsrat nahm auch den Aktionsplan für die Nationale Strategie zur Bekämpfung hybrider Aktivitäten für den Zeitraum 2026-2027 zur Kenntnis, genehmigte den Arbeitsplan für dieses Jahr und setzte einen Ausschuss für die Verleihung des Preises für einen herausragenden Beitrag im Bereich der Sicherheitspolitik ein. Außerdem erörterte er Änderungen am Sicherheitsprogramm für die Zivilluftfahrt und einen Bericht über die Entwicklung der nationalen Behörde für Cyber- und Informationssicherheit.
gnews.cz - GH