Ein zeitgemäßer Dialog in der Botschaft der Republik Tunesien in Pretoria brachte politische Entscheidungsträger, Unternehmen und Entwicklungsakteure zusammen, um eine gemeinsame Agenda für die Stärkung der Rolle der Frau in der Landwirtschaft zu fördern. Auf Einladung der tunesischen Botschafterin Karima Bardaoui wurden sowohl die Chancen als auch die strukturellen Hindernisse für Frauen in landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten aufgezeigt und die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Tunesien und Südafrika bekräftigt.
Das Programm kombinierte hochkarätige Podiumsdiskussionen mit praktischer Arbeit, bei der Bäuerinnen und Kunsthandwerkerinnen ihre Produkte präsentierten. Der Ausstellungsteil erinnerte das Publikum daran, dass Frauen nicht nur an der Agrarwirtschaft beteiligt sind, sondern auch aktiv an der Innovation und der lokalen Unternehmensentwicklung mitwirken.
In ihrer Eröffnungsrede bezeichnete Botschafterin Bardaoui das Treffen als ein Beispiel für „praktische Diplomatie“ und sagte: „Wir tauschen nicht nur Meinungen aus, sondern schlagen Brücken zwischen Politik und Praxis, zwischen Vision und konkreten Ergebnissen.“ Sie betonte, dass die Stärkung der Rolle der Frau, insbesondere in der ländlichen Wirtschaft, sowohl eine soziale als auch eine wirtschaftliche Priorität ist, und fügte hinzu, dass es sich hierbei um einen Bereich handelt, in dem Tunesien und Südafrika sowie der gesamte afrikanische Kontinent stark konvergieren„.
Die Grundsatzrede wurde vom stellvertretenden Minister für die Entwicklung kleiner Unternehmen gehalten Jane Sithole, die die Debatte in einen breiteren kontinentalen und globalen Kontext stellte. Im Zusammenhang mit der Ausrufung des Jahres 2026 zum Internationalen Jahr der Landwirtinnen wies sie auf die entscheidende, aber oft unterschätzte Rolle der Frauen in den Agrar- und Ernährungssystemen hin.
„Landwirtinnen sind entscheidend für die Ernährungssicherheit, die Ernährung und die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit“.“ Sithole betonte, dass die Entwicklung Afrikas ohne ihre volle Beteiligung nicht möglich sei. Sie wies auf anhaltende strukturelle Hindernisse hin, einschließlich des begrenzten Zugangs zu Finanzmitteln, des begrenzten Zugangs zu Märkten und der Lücken in der technischen Ausbildung, und fügte hinzu: „Wenn wir es mit integrativem Wachstum ernst meinen, müssen wir diese Hindernisse nicht nur zur Kenntnis nehmen, sondern sie systematisch beseitigen.“
Sithole wies auch auf regulatorische und administrative Zwänge auf lokaler Ebene hin. Sie betonte, dass übermäßige Bürokratie abgebaut werden müsse, und erwähnte Fälle, in denen seit langem bestehende Unternehmen durch Auflagen zur Umzonung behindert werden. Sie forderte außerdem, dass die Entwicklungsrahmen die lokalen Gegebenheiten besser widerspiegeln und dabei auch die traditionellen Führungsstrukturen berücksichtigen, die vor allem in ländlichen Gebieten eine wichtige Rolle für die Wirtschaftstätigkeit spielen.
Die Diskussionen in der Botschaft stützten sich auf die Themen des jüngsten Nationalen Gipfels zur lokalen Wirtschaftsentwicklung 2026, auf dem sich die Regierung und andere Interessengruppen zu einem besser koordinierten Ansatz für die wirtschaftliche Entwicklung verpflichteten. In der Abschlusserklärung des Gipfels wurde eine Agenda festgelegt, die sich darauf konzentriert, politische Maßnahmen in messbare Ergebnisse auf kommunaler Ebene umzusetzen und anhaltende Herausforderungen wie Arbeitslosigkeit, Ungleichheit, regionale Ungleichheiten, unzureichende Infrastruktur und begrenzte institutionelle Kapazitäten anzugehen.
Minister für die Entwicklung kleiner Unternehmen Stella Ndabeni betonte auf dem Gipfel, dass diese Erklärung einen Wechsel zu einem stärker integrierten und ergebnisorientierten Modell der lokalen Wirtschaftsentwicklung darstellt. Die Kohärenz zwischen dem Dialog in der Botschaft und den Schlussfolgerungen des Gipfels zeigte sich insbesondere in der Betonung von Umsetzung, Zusammenarbeit und integrativem Wachstum.
Sithole befürwortete diesen Ansatz und betonte, dass die Stärkung der Rolle der Frauen in der Agrarwirtschaft kein Randthema sei, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit. „Die Stärkung der Rolle der Frauen in der Agrarwirtschaft ist keine soziale Verpflichtung, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit“, sagte sie und forderte stärkere Partnerschaften zwischen der Regierung, dem Privatsektor, Entwicklungsfinanzierungsinstitutionen und regionalen Organisationen wie der Afrikanischen Union.
Neben den politischen Diskussionen bot die Veranstaltung auch Raum für direkte Begegnungen zwischen Unternehmerinnen und potenziellen Partnern und Kunden. Diese praktische Dimension stand im Einklang mit der Betonung von Botschafter Bardaoui auf Vernetzung und Zusammenarbeit. Die Teilnehmerinnen wurden ermutigt, Netzwerke aufzubauen und nach Möglichkeiten der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zu suchen.
Während die beiden Länder ihre Ansätze für eine integrative landwirtschaftliche Entwicklung weiterentwickeln, hat der Pretoria-Dialog gezeigt, dass gemeinsame Herausforderungen mit gemeinsamen Lösungen angegangen werden können. Die Verknüpfung von Politik, Praxis und Partnerschaften deutet auf die wachsende Erkenntnis hin, dass Frauen im Zentrum der Zukunft der afrikanischen Landwirtschaft stehen und dass die Erschließung ihres vollen Potenzials der Schlüssel zu einer nachhaltigen wirtschaftlichen Transformation ist.
Anisha Pemjee
DieDiplomatischeGesellschaft/gnews.cz - GH