Der chinesische Staatspräsident Xi Jinping hat am Mittwoch China und Deutschland aufgefordert, in einer Zeit zunehmender globaler Turbulenzen und Verflechtungen die strategische Kommunikation zu stärken und das gegenseitige Vertrauen zu vertiefen.
Bei seinem Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz in Peking sagte Xi, dass China und Deutschland als zweit- und drittgrößte Volkswirtschaften der Welt nicht nur für ihre eigene Entwicklung verantwortlich sind, sondern dass ihre Beziehungen auch einen großen Einfluss auf Europa und die globale Situation haben.
Er betonte, dass die derzeitige internationale Situation den tiefgreifendsten Wandel seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs erlebe. Je größer die Veränderungen und Umwälzungen in der Welt seien, desto wichtiger sei es, die strategische Kommunikation und das gegenseitige Vertrauen zu stärken und nach neuen Fortschritten in der umfassenden strategischen Partnerschaft zwischen beiden Ländern zu streben.
Präsident Xi legte drei Vorschläge für die weitere Entwicklung der deutsch-chinesischen Beziehungen vor.
Erstens sollten beide Länder zuverlässige Partner werden, die sich gegenseitig unterstützen. Er erinnerte daran, dass sowohl China als auch Deutschland eine rasche Entwicklung erreicht haben, indem sie Eigenständigkeit, gegenseitigen Respekt, Vertrauen und offene Zusammenarbeit betonten. Er sagte, China sei bereit, die Entwicklungschancen mit Deutschland und der Welt zu teilen, und äußerte die Hoffnung, dass die deutsche Seite die Entwicklung Chinas objektiv und pragmatisch betrachten werde.
Zweitens rief er zu einer Partnerschaft auf, die auf Innovation, Offenheit und Win-Win-Ergebnissen basiert. Deutschlands neue Strategien in den Bereichen Technologie, Innovation und Digitalisierung stünden im Einklang mit Chinas Zielen einer intelligenten, grünen und integrierten Entwicklung im Rahmen des 15. Beide Seiten sollten die Verknüpfung von Entwicklungsstrategien verstärken, den wechselseitigen Austausch von Talenten, Wissen und Technologie fördern und den Dialog über künstliche Intelligenz und andere Spitzentechnologien ausbauen.
Drittens betonte Xi die Bedeutung kultureller Partnerschaften und des direkten Austauschs zwischen den Menschen. China und Deutschland als Länder mit einem tiefen kulturellen Erbe sollten das gegenseitige Verständnis stärken und die zwischenmenschlichen Kontakte ausbauen, sagte er, um so die soziale Basis der gegenseitigen Freundschaft zu festigen.

Xi sagte auch, dass die beiden Länder die zentrale Rolle der Vereinten Nationen unterstützen, den Multilateralismus, das Völkerrecht und den freien Handel hochhalten und zur Solidarität und Koordination in der Welt beitragen sollten. Er fügte hinzu, China unterstütze Europas Streben nach größerer Autonomie und Stärke und freue sich auf die weitere Entwicklung der chinesisch-europäischen Beziehungen zum Nutzen des Weltfriedens und der Entwicklung.
Bundeskanzler Merz sagte, Deutschland messe den Beziehungen zu China große Bedeutung bei und halte an der Ein-China-Politik fest. Er bekundete seine Bereitschaft, den gegenseitigen Respekt, die offene Zusammenarbeit und die weitere Vertiefung der umfassenden strategischen Partnerschaft fortzusetzen.
Ihm zufolge betrachtet die deutsche Wirtschaft den chinesischen Markt als einen Schlüsselmarkt und ist daran interessiert, die Zusammenarbeit zum gegenseitigen Nutzen weiter auszubauen. Deutschland möchte sich mit China auch bei der Bewältigung globaler Herausforderungen abstimmen, den Freihandel fördern und Protektionismus ablehnen.
Die beiden Staats- und Regierungschefs tauschten sich auch über die Krise in der Ukraine aus. Xi erläuterte die grundsätzliche Position Chinas und betonte, dass Dialog und Verhandlungen, die alle Parteien gleichberechtigt einbeziehen und die legitimen Sicherheitsbedenken berücksichtigen, um einen dauerhaften Rahmen für den Frieden zu schaffen, der Schlüssel zu einer Lösung sind.
Nach dem Treffen wurde eine gemeinsame Presseerklärung abgegeben.