Der Kümmel (Foeniculum vulgare) ist eine zweijährige Pflanze, die bis zu zwei Meter hoch werden kann und dem Dill ähnelt. An langen Stielen wachsen Blätter mit häutchenartigen Nebenblättern. Die Blattfläche ist viermal gefiedert, mit linealischen Abschnitten. Gelbe Blüten stehen in Schirmrispen, bestehend aus 15 bis 20 Blütenständen. Der Fruchtkörper ist eine grau-gelbliche Doppelachse mit fünf Rippen.
Die alten Römer, Griechen, Ägypter, Araber, Chinesen und Inder verwendeten Kümmel sowohl als Gewürz als auch als Heilpflanze.
Als Kulturpflanze bevorzugt der Kümmel ein warmes, nicht zu trockenes Klima mit gut durchlässigem, nährstoffreichem Boden. Sein Vorkommen stimmt grob mit den Weinanbaugebieten überein. Er wächst wild im Mittelmeerraum, wo sowohl die Blätter als auch die Früchte verwendet werden. Außerdem findet man ihn in der Nähe des Schwarzen Meeres und in asiatischen Ländern. In der Tschechischen Republik kommt er in Südmähren vor.
Kümmelsamen haben einen charakteristischen Duft und einen leicht scharfen, süßlichen Geschmack. Sie werden im August des zweiten Jahres geerntet. Am besten ist es, sie morgens bei Tau zu ernten.
Der Kümmel enthält ätherische Öle mit Terpenen wie Anethol, Fenochon, Fenculin, Methylchavikol, Carvol und vielen anderen Substanzen. Außerdem enthält er Kohlenhydrate, Proteine, Fettöl, Pektin, Stärke und Estragol.
Er ist ein ausgezeichnetes Karminativum und Spasmolyticum – es lindert Blähungen und schmerzhafte Krämpfe im Verdauungstrakt. Das bittere Fenchelöl verbessert auch die Ausscheidung von Verdauungsenzymen und fördert eine gesunde Darmfunktion. Der geringe Gehalt an Substanzen, die weiblichen Hormonen ähneln, hat einen Einfluss auf die Erhöhung der Milchproduktion.
Bei äußerlicher Anwendung hat das ätherische Öl des Kümmels eine sehr wohltuende Wirkung und wird gut von der Haut aufgenommen, was eine deutliche desinfizierende Wirkung hat. Fenchelauflagen lindern Rückenschmerzen. Fencheltee ist auch ein ausgezeichnetes Spülmittel bei Augenentzündungen oder bei Müdigkeit der Augen.
Der Kümmel eignet sich sehr gut für die Anwendung in der Ophthalmologie, Pädiatrie und Geburtshilfe, insbesondere für stillende Frauen sowie für ältere und geschwächte Personen.
Durch seine Wirkung ist er eine großartige Hilfe bei einer Diät, da er den Abbau von überschüssigem Fett fördert. Darüber hinaus verbessert er die Verdauung, lindert das Hungergefühl, hilft beim Ausscheiden von Toxinen und entwässert den Körper leicht. Die empfohlene Dosierung bei Verwendung in Form eines Fenchel-Tinktur (Alkohol-Extrakt aus den Früchten) beträgt 21 Tage morgens und abends, gefolgt von 5 Tagen Pause.
In der Küche werden nicht nur die aromatischen Samen als Gewürz verwendet, sondern auch die fleischigen Wurzeln, die roh, z. B. in Salaten, aber auch gekocht schmackhaft sind. Als Gemüse wird es hauptsächlich in der italienischen und mediterranen Küche verwendet. Die feinen grünen Blätter können auch zur Dekoration von Gerichten verwendet werden.
Hinweis: Fenchelsamen wirken dank des hohen Gehalts an ätherischen Ölen und Harzen als hervorragendes Mittel gegen Zecken. Unter Jägern ist dies eine sehr häufige Methode, um sich selbst sowie Hunde zu schützen. Wenn Sie Fenchel gegen Zecken verwenden möchten, legen Sie ihn in die Taschen Ihrer Hose und wechseln ihn regelmäßig aus, damit er immer aromatisch bleibt.
Der Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung des Magazins Sféra veröffentlicht.
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