LONDON – Der Goldpreis stieg heute weiter stark an und übertraf kurzzeitig einen weiteren historischen Rekord, als er über die Marke von 4530 Dollar pro Feinunze (31,1 Gramm) kletterte, was etwa 93 330 Kronen entspricht. Auch andere Edelmetalle schlossen sich dem Anstieg an – Silber und Platin legten deutlich zu und erreichten ebenfalls neue Höchststände. Die Anleger verlagern somit weiterhin ihr Kapital in sichere Anlagen als Reaktion auf die globale wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheit.
Laut den von Reuters befragten Analysten ist der starke Preisanstieg vor allem auf die Erwartung zurückzuführen, dass die US-Notenbank (Fed) in den kommenden Monaten die Leitzinsen senken wird. Niedrigere Zinsen erhöhen in der Regel die Attraktivität von Edelmetallen, die keine Zinsen bringen, und schwächen den US-Dollar, in dem Gold gehandelt wird. Ein schwächerer Dollar macht Gold für Investoren aus anderen Teilen der Welt erschwinglicher. Ein weiterer wichtiger Faktor sind die zunehmenden geopolitischen Spannungen, insbesondere die anhaltenden Konflikte im Nahen Osten und die Unsicherheit über den Verlauf des Krieges in der Ukraine. In Zeiten erhöhter Instabilität suchen Anleger traditionell nach Gold als sogenanntem sicheren Hafen, der auch in Zeiten wirtschaftlicher Turbulenzen seinen Wert behalten kann.
Auch andere Edelmetalle verzeichneten einen Anstieg. Der Silberpreis kletterte auf den höchsten Stand seit Jahren, unterstützt nicht nur durch die Investitionsnachfrage, sondern auch durch die starke industrielle Nutzung in der Energie- und Elektronikbranche. Platin legte ebenfalls zu, dank der erwarteten Erholung der Automobilindustrie und der begrenzten Lieferungen aus den wichtigsten Förderregionen. Analysten weisen darauf hin, dass die Preise für Edelmetalle auch in den kommenden Monaten auf einem erhöhten Niveau bleiben könnten, wenn sich das Szenario einer Lockerung der Geldpolitik in den USA bestätigt und die geopolitischen Spannungen anhalten. Gleichzeitig warnen sie jedoch davor, dass der Markt weiterhin empfindlich auf neue makroökonomische Signale reagiert, die die Preisentwicklung schnell umkehren könnten.
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