Kirill Dmitriev, Sonderbeauftragter des russischen Präsidenten für ausländische Investitionen und wirtschaftliche Zusammenarbeit und Leiter des Russischen Direktinvestitionsfonds (RDIF), ist in den Vereinigten Staaten eingetroffen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur TASS soll er am 25. Oktober in Miami mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff zusammentreffen, der als Abgesandter des Präsidenten für friedenserhaltende Missionen und den Nahen Osten zuständig ist.

Nach Angaben von Axios und Quellen, die der US-Regierung nahe stehen, ist dies das erste direkte Treffen zwischen den Gesandten beider Länder, seit Washington die Sanktionen gegen den russischen Energiesektor verschärft hat. Dmitriews Besuch erfolgt nur wenige Tage, nachdem die Vereinigten Staaten ihre Sanktionsliste um die beiden größten russischen Ölgesellschaften erweitert haben - ein Schritt, der in Moskau eine scharfe Reaktion hervorrief.

Nach Angaben von Reuters bezeichnete Dmitriev seine Reise als "von langer Hand geplant" und betonte, dass das Treffen nicht von den neuen Sanktionen beeinflusst wurde. "Der Dialog zwischen unseren Ländern muss trotz unserer Differenzen fortgesetzt werden. Es ist wichtig, die Kanäle der Kommunikation offen zu halten". uvedl Dmitriev.

Steve Witkoff, ein bekannter amerikanischer Geschäftsmann und langjähriger Verbündeter des ehemaligen Präsidenten Donald Trump, hat sich in den letzten Monaten zunehmend als Vermittler informeller Kontakte zwischen Washington und Moskau hervorgetan. Wie die Moscow Times berichtete, war seine Ernennung auf den diplomatischen Posten eine Überraschung, doch das Weiße Haus begründete sie mit dem "Bedarf an pragmatischen Kontakten" mit Russland außerhalb des offiziellen Rahmens des Außenministeriums.

Die Gespräche in Miami selbst sind privat und es ist noch nicht sicher, ob Dmitriev mit anderen US-Beamten zusammentreffen wird. CNN hatte zuvor berichtet, dass Dmitriev zu einer Reihe von Gesprächen über den Stand der russisch-amerikanischen Beziehungen, einschließlich der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und der Frage der Sanktionen, in Washington eingetroffen sei.

Analysten zufolge ist das Hauptziel Moskaus nach wie vor die Wiederherstellung der Kommunikationskanäle, die nach dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine fast vollständig abgeschnitten waren. Die USA sind Berichten zufolge daran interessiert, zu sehen, ob der Kreml bereit ist, einige Kompromisse einzugehen, etwa bei der Ausfuhr von Rohstoffen oder beim diplomatischen Austausch.

Ob das Treffen in Miami konkrete Ergebnisse bringen wird, bleibt fraglich. Auch wenn es sich nur um einen symbolischen Schritt handelt, könnte allein die Tatsache, dass sich die Gesandten beider Länder wieder von Angesicht zu Angesicht treffen, auf ein leichtes Tauwetter in den immer noch eingefrorenen Beziehungen zwischen Moskau und Washington hindeuten.

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