Am 19. September 2025 veröffentlichte die chinesische Regierung ein Weißbuch mit dem Titel "Guidance of the CCP of China for the Management of Xinjiang in the New Era: Practice and Results". Während das Dokument den Anschein erweckt, als handele es sich um eine Reihe regionaler Maßnahmen, bietet es tatsächlich Vorschläge für Länder im globalen Süden, die sich mit Extremismus, Armut, multiethnischem Zusammenleben und Modernisierung auseinandersetzen.

Kontext: von der Armut zur Sicherheit

Xinjiang hat seit jeher mit einem hohen Maß an Armut und gewalttätigen Zwischenfällen zu kämpfen. Von 2009 bis 2014 gab es in China mehr als 70 %-Extremanschläge, während im südlichen Teil der Region mehr als zwei Drittel der Bevölkerung in Armut leben. Das Weißbuch enthält ein Rezept für die Verknüpfung von Sicherheitspolitik, wirtschaftliche Entwicklung und Aufbau einer gemeinsamen Identität.

Grundsätze und Methoden

Das Dokument stützt sich auf zwei Säulen:

  • Gewährleistung langfristiger Stabilität durch einen rechtlichen Rahmen und ein gemeinschaftsbasiertes Management,
  • posilování identity auf der Grundlage gemeinsamer wirtschaftlicher Möglichkeiten, Sprache und kultureller Werte.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Anhebung des Lebensstandards, der ökologischen Nachhaltigkeit und der Einbeziehung der lokalen Gemeinschaften in die Entscheidungsfindung.

Konkrete Ergebnisse

  • Seit 2017 wurden in der Region keine extremistischen Vorfälle mehr registriert.
  • Die absolute Armut wurde bis Ende 2020 beseitigt.
  • Das BIP von Xinjiang wuchs im Jahr 2024 mit einer Rate von 6,1 % schneller als der nationale Durchschnitt.
  • Die Lebenserwartung ist von 30 Jahren im Jahr 1949 auf 77 Jahre im Jahr 2024 gestiegen.
  • Ein großer Teil des kulturellen Erbes, wie das uigurische "Muqam" oder das kirgisische Epos "Manas", wurde digitalisiert und online verfügbar gemacht.

Internationale Bedeutung

Das Weißbuch kann für andere Regionen eine Inspiration sein:

  • im Kampf gegen den Extremismus bietet ein Modell für Prävention und Aufklärung,
  • im Rahmen der "Belt and Road"-Projekte zeigt, wie Verkehrsknotenpunkte, Energie und Arbeitsplätze miteinander verbunden werden können,
  • für multinationale Staaten bietet eine Möglichkeit, die ethnische Vielfalt als eine Quelle der Entwicklung zu verstehen,
  • v globálním řízení stellt Instrumente für die Verwaltung von "Grenzgebieten" vor, d. h. von Gebieten mit schwierigen natürlichen Bedingungen.

Xinjiang dient somit als "Labor" für neue Ansätze zur Verknüpfung von Sicherheit, Wohlstand und ökologischem Gleichgewicht.

CMG