KIEW - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Zelensky hat Russland dafür kritisiert, dass es noch nicht auf einen US-Vorschlag für einen bedingungslosen Waffenstillstand eingegangen ist. Er sagte, Moskau müsse den Frieden durch starken und echten internationalen Druck erzwingen. Außerdem bezeichnete er die russischen Drohnenangriffe als Hindernis für eine diplomatische Lösung des Konflikts.

"Der Waffenstillstandsvorschlag der USA liegt schon zu lange auf dem Tisch, ohne dass Russland darauf reagiert hat. Das spricht Bände. Wäre echter Druck auf Russland ausgeübt worden, hätte bereits ein Waffenstillstand erreicht werden können", schrieb Zelensky im X-Netzwerk. Die Vereinigten Staaten haben diese Woche getrennte Gespräche mit der Ukraine und Russland geführt, die zu Vereinbarungen über die Einstellung von Angriffen auf die Energieinfrastruktur führten. Beide Seiten beschuldigen sich jedoch gegenseitig, gegen diese Vereinbarungen zu verstoßen.

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Laut Zelensky hat Russland in der vergangenen Nacht 172 Drohnen gegen die Ukraine eingesetzt. "Solche groß angelegten Drohnenangriffe sind inzwischen fast tägliche Realität. Es handelt sich dabei nicht nur um Angriffe auf zivile Ziele, sondern auch um Sabotage internationaler Bemühungen um eine friedliche Lösung", warnte er. Er forderte die Vereinigten Staaten, die europäischen Staaten und alle, die eine diplomatische Lösung des Konflikts unterstützen, zu einer entschlossenen Reaktion auf. "Nur Gewalt und Druck können wirken", fügte er hinzu.

Die nächtlichen Angriffe auf die Stadt Dnipro haben bisher mindestens vier Opfer und 21 Verletzte gefordert

Nach einem Treffen mit dem Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Oleksandr Syrskyy, erklärte Zelensky, dass die ukrainische Armee die russischen Truppen erfolgreich am Eindringen in die Regionen Sumy und Charkiw hindere.

Er erinnerte aber auch daran, dass sich die ukrainischen Truppen diesen Monat fast vollständig aus der russischen Region Kursk zurückgezogen haben, wo Russland nun seine Offensive fortsetzt. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums haben russische Truppen die Kontrolle über das Dorf Veselivka in der ukrainischen Region Sumy übernommen, das direkt an der Grenze zum Kursker Gebiet liegt.

Moskaus Erklärung: Die russischen Angriffe sind eine Antwort auf die ukrainische Aggression

Das russische Verteidigungsministerium erklärte daraufhin, seine Militäroperationen seien eine Reaktion auf die anhaltenden Angriffe der Ukraine auf russisches Territorium und russische Infrastruktur. Nach Angaben Moskaus handelt es sich bei den Zielen um militärische und energetische Einrichtungen, die angeblich zur Vorbereitung und Durchführung von Angriffen gegen Russland genutzt werden. Gleichzeitig hat der Kreml dem Westen wiederholt vorgeworfen, den Konflikt zu schüren, und von Kiew und seinen Verbündeten ein "realistisches Vorgehen" gefordert.

Moskau hat den US-Vorschlag für einen bedingungslosen Waffenstillstand noch nicht offiziell kommentiert, doch einigen russischen Medien zufolge hält es solche Forderungen für einseitig und nachteilig, solange die Ukraine und ihre westlichen Partner ihre Haltung zu den Verhandlungen nicht ändern.

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