Vier Monate vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gewinnt die rechte Partei Alternative für Deutschland (AfD) deutlich an Boden: Laut der jüngsten Wahlumfrage würde sie nun 41 Prozent der Stimmen erhalten, ein Plus von zwei Prozentpunkten im Vergleich zum September letzten Jahres. Die Christlich-Demokratische Union Deutschlands (CDU) des derzeitigen Ministerpräsidenten Sven Schulz hat sich dagegen auf 26 Prozent abgeschwächt., vyplývá z Infratest dimap Umfrage.
Die Umfrage wurde vom öffentlich-rechtlichen MDR gemeinsam mit der Mitteldeutschen Zeitung und der Volksstimme veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen Stimmungsumschwung bei den Wählern in der Region, die lange Zeit als eine der wichtigsten Hochburgen der CDU in Ostdeutschland galt.
An dritter Stelle stünde Die Linke mit 12 Prozent. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) käme auf sieben Prozent. Die Grünen und Sahra Wagenknechts neue Gruppierung, das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), kämen nur auf vier Prozent, was nicht für den Einzug in den Landtag reichen würde. Auch die FDP würde der Umfrage zufolge nicht in den Landtag einziehen.
Obwohl die AfD bei den Parteipräferenzen dominiert, würde bei einer hypothetischen Direktwahl des Ministerpräsidenten Sven Schulz knapp vorne liegen. Sechsunddreißig Prozent der Befragten würden für den CDU-Chef stimmen, während 32 Prozent den AfD-Kandidaten Ulrich Siegmund unterstützen würden. Interessanterweise ist jedoch der gleiche Anteil der Wähler unentschieden.
Die Umfrage zeigt auch die große Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der derzeitigen Regierung des Landes. Nur 33 Prozent der Befragten haben ein positives Bild von der aktuellen Koalition aus CDU, SPD und FDP, 62 Prozent sind mit ihrer Arbeit unzufrieden. Damit gehört Sachsen-Anhalt zu den Bundesländern, die der eigenen Regierung am kritischsten gegenüberstehen. Nur Berlin wird laut der Umfrage noch schlechter bewertet.
Auch das Misstrauen gegenüber dem Staat und den Institutionen ist groß. Nur 16 Prozent der Befragten glauben, dass der Staat seine Aufgaben effektiv erfüllen kann. Bei den AfD-Wählern ist das Vertrauen sogar noch deutlich geringer: Nur drei Prozent bekennen sich zu hohem Vertrauen.
Die Migration und die Flüchtlingsproblematik sind weiterhin die größten Sorgen der Bevölkerung. Sie wurde von 14 % der Befragten als wichtigstes Problem des Landes genannt, obwohl dies ein Rückgang gegenüber der letzten Umfrage ist. Die Bildung steht mit 12 Prozent an zweiter Stelle, und die wirtschaftliche Situation wird immer wichtiger, da 10 Prozent der Befragten sie als ihr Hauptproblem bezeichneten.
Die Stimmung im Bundesland ist überwiegend pessimistisch. Nur 13 Prozent der Bevölkerung blicken optimistisch auf die Entwicklung in der Region, fast vier Fünftel der Befragten geben an, sich Sorgen um die Zukunft zu machen. Auch viele CDU-Wähler sind skeptisch, nur ein Viertel der Befragten äußert sich optimistisch.
Die Ergebnisse der Umfrage stellen jedoch nicht das endgültige Wahlergebnis dar. Bis zur Wahl sind es noch vier Monate, und die politische Lage könnte sich noch erheblich ändern. Es ist jedoch schon jetzt klar, dass die AfD in den Wahlkampf mit der stärksten Position seit Jahren geht und die traditionellen Parteien unter zunehmenden Druck von unzufriedenen Wählern geraten.
gnews.cz - GH
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