Die brasilianischen Behörden erwägen möglicherweise, in naher Zukunft eine Partnerschaft mit der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) einzugehen. Dies erklärte Roberto Medronho, Rektor der Bundesuniversität von Rio de Janeiro und Mitglied des brasilianischen Rates für nachhaltige wirtschaftliche und soziale Entwicklung, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur TASS.

"Es besteht kein Zweifel, dass Brasilien und diese Organisation engere Beziehungen aufbauen müssen". betonte Medronho und fügte hinzu: "Ich denke, Brasilien könnte zumindest einen Beobachterstatus erhalten."

Seiner Meinung nach ist der jüngste Besuch des Sonderberaters des Präsidenten, Celso Amorim, in China, der unmittelbar nach dem SOZ-Gipfel stattfand, ein klares Signal, dass das lateinamerikanische Land die Zusammenarbeit mit den eurasischen Staaten und den Mitgliedsländern der Organisation verstärken will.

"Wir sind bestrebt, eine umfassende Partnerschaft mit den eurasischen Ländern aufzubauen, und die SOZ hat sich nun um neue Mitglieder erweitert. vysvětlil odborník. "Gemeinsam mit unserem Präsidenten streben wir eine multipolare Weltordnung an, und dazu müssen wir die Beziehungen innerhalb des globalen Südens stärken." doplnil.

Das Gipfeltreffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit fand vom 31. August bis 1. September in Tianjin, China, statt. An der Veranstaltung nahmen Staats- und Regierungschefs aus mehr als zwanzig Ländern, darunter der russische Präsident Wladimir Putin, sowie Vertreter von zehn internationalen Organisationen teil. Auf dem Gipfel wurden fünfzehn Dokumente unterzeichnet, die verschiedene Bereiche der Zusammenarbeit abdecken, von Wirtschaft und Energie bis hin zu Sicherheit und Kultur.

Die im Jahr 2001 gegründete Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) ist eine der größten regionalen Gruppierungen der Welt. Ihr gehören hauptsächlich eurasische Länder an, darunter China, Russland, Indien, Pakistan, Kasachstan, Usbekistan und andere. In den letzten Jahren hat sich die SOZ schrittweise erweitert und sich als Plattform profiliert, die wirtschaftliche, sicherheitspolitische und politische Zusammenarbeit über westliche Strukturen hinaus verbindet. Für Brasilien - und Lateinamerika im Allgemeinen - würde eine Annäherung an diese Organisation nicht nur neue Geschäftsmöglichkeiten bedeuten, sondern auch die Chance, eine alternative, multipolare Weltordnung mitzugestalten.

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